Mittwoch, 22. März 2017

MMM in meiner ersten Culotte

Meine letzte MMM Teilnahme liegt schon einige Monate zurück. In den Anfängen meiner Bloggerzeit habe ich die Mittwochsposts spontan geschrieben. Meistens habe ich an dem Tag die Fotos gemacht, den Post geschrieben und mich dann irgendwann in den Abendstunden verlinkt. Seitdem hat sich in meinem Tagesablauf einiges verändert und ich habe nur selten Zeit mich tagsüber mit dem Schreiben eines Posts zu beschäftigen. Jetzt müsste ich die Posts früher vorbereiten, aber das klappt bei mir so gut wie nie. Meistens werde ich dann doch nicht rechtzeitig fertig und die angefangenen Post bleiben lange unveröffentlicht.

Ich bedaure es sehr, dass die Nähtagebuch Funktion, welche unter anderem mein Blog erfüllen sollte, nicht mehr vorhanden ist - ich habe inzwischen viele Kleidungsstücke genäht, die ich nicht im Blog gezeigt habe - aber leider fehlt mir die Idee, wie ich das zeitlich besser managen könnte. Es gibt Blogger, die mittlerweile nur auf Instagram posten. Ich persönlich finde Instagram als zusätzlichen Kanal ganz nett, die #ootd Fotos haben für mich aber eine ganz andere Aussagekraft und sind kein Ersatz für informative Blogposts. Mich würde eure Meinung dazu sehr interessieren.

Nun aber genug der Laberei, denn eigentlich wollte ich euch heute meine erste Culotte zeigen. Nachdem der Trend schon einige Saisons anhält, habe ich mir auch eine genäht :). Der Schnitt kommt aus der La Maison Victor - Ausgabe 1/2016, Hose Milly.



Ich fand den weiten legeren Schnitt ganz schön, aber vielleicht noch schöner fand ich den Jerseystoff mit schwarz-braunen Federprint, aus dem die in der Zeitschrift gezeigte Hose genäht war. Als man den Stoff im Frühjahr letzten Jahres im La Maison Victor Onlineshop zum halben Preis kaufen konnte, habe ich zugeschlagen.



Ein Schnittmuster aus La Maison Victor hat mich noch nie enttäuscht und auch dieses Mal bin äußerst zufrieden. Beim Nähen hatte ich jedoch meine Zweifel. Signifikant für diese Hose ist der tiefsitzende Schritt, der irgendwo Mitte Oberschenkel endet und ich befürchtete, dass das beim Tragen unangenehm seien könnte. Ich nähte die Hose während eines kleinen Nähtreffs im Schwarzwald, den Monika für ein paar Nähfreundinnen organisiert hat. Als ich dort ein wenig skeptisch die halbfertige Hose betrachtete sagte Constanze, die auch schon einiges aus LMV genäht hat, ich müsse dem Schnitt vertrauen. Wie recht sie hatte! Trotzt des tiefen Schritts trägt sich die Hose ganz wunderbar, die Falten fallen ganz schön und wenn man steht, sieht die Culotte tatsächlich wie ein A-förmiger Rock aus.


Wahrscheinlich um den Nähschwierigkeitsgrad niedrig zu halten, sieht der Schnitt keine Taschen vor. Da ich aber Hosen ohne Taschen nicht so gut finde, habe ich der Hose Seitennaht-Taschen spendiert. Sonst habe ich die Hose ohne jegliche Änderungen genäht. Obwohl die meisten LMV sehr populär sind, habe ich im Netzt nicht viele genähte Exemplare der Milly Hose gefunden. Keine Ahnung warum. Ich kann den Schnitt jedenfalls Culotte-Liebhaberinnen wärmstens empfehlen.

Mich freut es sehr, dass uns der MeMadeMittwoch weiterhin erhalten bleibt. Das MMM Team hat das Altbewährte beibehalten, aber gleichzeitig einige Neuerungen Einzug halten lassen, was uns zukünftig viel spannende Mittwoche verspricht. Liebe Teammitglieder, ich danke euch, dass ihr eure Zeit für die Aufrechterhaltung dieser Plattform hergibt. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich ein Teil dieser Community seien kann und gelegentlich zu dem Mittwochsaustausch etwas beisteuern kann.

Mittwoch, 15. März 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 2.1 - Gucci Style

Heute startet die 2. Runde des Sew Alongs "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" und auf diese Runde freue ich mich sehr.  Den Frühling kann man schon in der Luft riechen und auch wenn noch nicht jeder Tag schön ist, die Perspektive ist großartig. Vor uns steht - zumindest für mich - der schönste Jahresabschnitt. Die Zeit, wo man sich draußen aufhalten kann ohne gleichzeitig zu frieren.

Frisch wie der Frühling ist auch das, was ich diesmal nähen möchte. Den Kleidern dieser Runde wird Gucci Pate stehen, genauer gesagt die Kollektionen Cruise 2016 und Frühjahr/Sommer 2016.

Ob jemand gedacht hat, welche Gratwanderung die Marke mit dem neuen Kreativdirektor Alessandro Michele erfahren wird? Anfang 2015 ist er an die kreative Spitze des Gucci Unternehmens gekommen und kürzester Zeit war er und das Label in aller Munde. Seitdem, mit jeder neuen Kollektion, löst seine Vision der Mode Staunen und Begeisterung zugleich und das Beste ist, diese verrückte Sachen verkaufen sich so gut, dass sie nicht mal zu den üblichen Saleszeiten reduziert werden (müssen). Seine Entwürfe sind provokativ, amüsant und wunderschön. Dieser schön geschriebene und lesenswerte Artikel beschreibt meiner Meinung sehr treffend die Arbeiten von Alessandro Michele und da ich das nie besser ausdrücken könnte hier ein kurzer Zitat:
"Michele ist ein romantischer Dadaist. Das ist vielleicht der treffendste Ausdruck, wenn man seine eigenen Kollektionsphilosophien liest, die sicherlich auf den einen oder anderen Journalisten verstörend und unverständlich wirken. Aber das ist halt so, wenn ein Mensch mit Tiefgang, umfassender kultureller Bildung, Sammler und Romantiker in einer Branche, die uns meistens Oberflächliches und Einfaches für schlichte Gemüter vorsetzt, am Werk ist. ... Michele verbindet Bereiche wie Porzellan, Interieur, Modegeschichte, Theater und Oper mit dem Zusammenklang von Gedankenwelten der Philosophie. Der Italiener sieht Gucci gesamtheitlich. Obwohl er die Codes der Marke verwendet, kommen die meisten Einflüsse tief aus dem heraus, was ihn als Mensch ausmacht. Jedes Teil ist ein Fest, das eine Geschichte erzählt und Gedanken miteinander verbindet, die gar nichts mit Kleidung zu tun haben. Seine Ausdrucksformen sind Stoffe, Muster, Farben oder Stickereien …"

Verrückte Blumen, fantastische Fauna, umherschweifende Kletterpflanzen, Herbariumprints, asiatische Motive, mehrfarbige Webstreifen... In den zwei Kollektion, aus denen meine Inspirationskleider stammen, prasseln scheinbar wahllos unterschiedlichste Farben und Motive aufeinander um am Ende eine fast magische Welt zu erschaffen in die ich liebend gerne eintauchen würde. Alessandro Michele beschreibt die Frühjar-/Sommerkollektion 2016 auf folgende Weise:
„Die Idee war, etwas zu sehen, das nicht real erscheint. Wie etwas aus der Renaissance oder eine optische Täuschung: Du kannst sein, was du willst, auch wenn es nicht existiert.“

Ich hoffe, dass es mir diesmal gelingt mehr als ein Kleidungsstück zu nähen. Das steht zur Auswahl: (die Fotos der Gucci Kleider stammen direkt aus dem Gucci Online Store, da es sich aber um die Kleider der früheren Kollektionen handelt, sind sie dort nicht mehr verfügbar)

Spitze und dünne Baumwolle: Hüco

Viskose-Crêpe: Maybychufer

Viskose: Maybachufer

etwas dickere Baumwolle: Hüco

Seide (original Gucci): Hüco

Viskose-Crêpe: Hüco

Das ist mit Abstand das Verrückteste, was bis jetzt genäht oder geplant habe zu nähen und objektiv gesehen gar nicht zu meinem Alter und meinem Leben passend. Aber was soll's! Ich will es trotzdem in meinem Schrank haben, egal wie oft ich das anziehen können werde.

Monika, bei der man sich in dieser Runde verlinken kann, verfolgt einen ganz anderen Ansatz. Sie wird ein wunderschönes, einfarbiges Burberry Kleid nähen, und mein zweites, puristisches Ich, hat es sofort ins Herz geschlossen. Ich bin ganz gespannt auf die Teilnehmer und die Projekte in dieser Runde. Hier für euch nochmal alle Termine im Überblick:


Termine 2. Runde:
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Mi. 15.03. Inspirationen
Fr. 31.03. Zwischenstandsbericht
So. 30.04. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on

Dienstag, 28. Februar 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 1.3 - Blazerkleid à la Dior, die Liebe auf den zweiten Blick

28. Februar. In meinem Kalender steht heute in großen Buchstaben geschrieben und dick unterstrichen der Eintrag: "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" Abschlusspräsentation.

Warum hat Februar keine 31 Tage, oder wir hätten zumindest ein Schaltjahr haben können. Ich hätte dringend noch ein paar Tage gebraucht. Die hatte ich nicht und so sind die letzten Abende wieder ziemlich lang gewesen. Zwei Projekte habe ich in Erwägung gezogen und mich letztendlich für das Dior inspiriertes Blazerkleid entschieden. Warum? Ich hatte alle Zutaten, mehr oder weniger hatte ich auch den Schnitt. Ich dachte es wird ein leichtes Projekt. Das war es nicht. Seien wir mal ehrlich, es ist nicht möglich aus einem x-beliebigen Stoff und einem Burda Schnitt ein Dior Kleid zu machen. Ich quälte mich unmotiviert durch den Nähprozess. Mit diesem Ergebnis:





Verwendet habe ich den Burda Einzelschnitt 6875, der für mein Vorhaben wirklich sehr gut geeignet war. Ich habe nur kleine Änderungen am Schnitt vorgenommen um den Look des Dior Kleides zu erhalten. Außer, dass ich die Schulterbreite um ca. 1,5 cm reduziert habe, was ich bei fast jedem Burdaschnitt mache, habe ich eigentlich nur ein wenig die Weite des Kleides geändert und die Schlitze gemacht. Dem aufmerksamen Betrachter ist es bestimmt schon aufgefallen, dass es eigentlich kein Blazerkleid ist, sondern eher ein Mantelkleid. Tatsächlich ist mein Kleid deutlich länger als das von Dior.

Dafür, dass ich mich nicht besonders auf das Kleid freute ist es ziemlich gut verarbeitet. Nach langem Hin und Her habe ich entschieden, dass ich das Kleid füttern werde. Die linke Seite des Oberstoffs war schwarz und die Nahtzugaben waren dadurch deutlich sichtbar, was mich dann doch gestört hat. Ich habe das Kleid mit einem dünnen elastischen Baumwollstoff gefüttert. Das Füttern war ziemlich zeitintensiv. Da beide Stofflagen - der Oberstoff und das Futter - unten mir Schrägband eingefasst sind, musste das Futter ganz genau die Maße des Oberstoffs haben. Auch das Einfassen war eine aufwendige Angelegenheit. Unter anderem aus dem Grund, dass ich lange keinen passenden Stoff finden konnte. Den ersten Stoff, den ich besorgt hatte, fand ich im Nachhinein nicht schön und bin dann noch zwei Mal bei Hüco gewesen und habe gefühlt hundert Stoffe in der Hand gehabt aber nichts hat mir wirklich gefallen. Als Kompromiss habe ich beim zweiten Mal ein einfarbiges, hellgraues Wildlederimitat gekauft. Die Geschichte zog sich noch weiter mit dem Resultat, dass das Kleid jetzt mit den ersten Stoff eingefasst ist.




Es stecken einige Arbeitsstunden in dem Kleid und die ganze Zeit konnte ich mich für das was ich nähte nicht so recht begeistern. Der Funke ist erst ganz zum Schluss übergesprungen. Mit jedem Zentimeter eingefassten Saums fing das Kleid mir mehr und mehr zu gefallen. Jetzt, wo es fertig ist finde ich plötzlich das Ergebnis stimmig und wirklich schön. Eine wahre Liebe auf den zweiten Blick.

Ich hoffe ihr hattet deutlich mehr Spaß beim Nähen als ich. Wir beide, Monika und ich, sind auf eure Sachen wirklich sehr gespannt. Zeigt her eure Designerstücke!



Ich hoffe, ihr habt an der Aktion Gefallen gefunden und wir sehen uns in der 2. Runde, die am 15.03. beginnt, wieder. Mitmachen können selbstverständlich nicht nur die, die in der ersten Runde dabei waren. Wir freuen uns auf eure zahlreiche Teilnahme. Die Möglichkeit der Verlinkung wird es diesmal bei Monika geben.

Hier nochmal alle Termine der 2. Runde im Überblick
Mi. 15.03. Inspirationen
Fr. 31.03. Zwischenstandsbericht
So. 30.04. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on

Hier findet ihr alle Informationen zu der Aktion

Freitag, 17. Februar 2017

Ran an die UFOs!: Bilanz & Preisverlosung

Als ich am Silvester mein letztes fertiggewordenes UFO gezeigt habe, habe ich geschrieben: "In ein paar Tagen, nachdem die letzte Linkliste geschlossen ist, werde ich noch einen kleinen Abschlusspost schreiben, in dem der Preis und der Gewinner bekanntgegeben werden." Mittlerweile haben wir Mitte Februar und der "Ran an die UFOs" Abschlusspost ist mehr als überfällig. Wahrscheinlich habt ihr schon gedacht, dass ich die Preisverlosung stillschweigend unter den Tisch fallen lasse. Nein, nein, ich habe es versprochen und werde mein versprechen auch halten. Es hat nur ein wenig gedauert, bis ich den Überblick hatte, wer, wann und wie oft an der Aktion teilgenommen hat. Aber jetzt hab ich es (hoffentlich richtig)! Und finde es sehr beeindruckend, wie viele schöne Kleidungsstücke im Rahmen der Aktion entstanden sind. Ist das nicht toll! Ich hoffe, ihr habt nichts dagegen, dass ich eure Fotos für die Erstellung der Übersicht genommen habe.



Bildquelle Foto links: Grüne Blume / Bildquelle Foto rechts: MaxLau


Bildquelle: lila und gelb


Bildquelle: Mema


Bildquelle: Floh Stiche


Bildquelle: wollixundstoffix


Bildquelle: Kümels Krümel


Bildquelle Foto links: dasbürofürschönedinge / Bildquelle Foto rechts: Nadelschmiede


Bildquelle: Kreuzberger Nähte

Kommen wir jetzt zu dem Preis. Es dürfte bekannt sein, dass ich die Nähzeitschrift La Maison Victor ganz toll finde - hübsch aufgemacht und immer mit raffinierten und tragbaren Schnitten. Darum möchte ich, nach dem Motto "schenke das, was du selbst gern empfangen würdest", der Gewinnerin ein Halbjahresabo von La Maison Victor schenken. An der Preisverlosung nehmen alle teil, die mindestens drei Mal bei der Aktion mitgemacht haben und das sind: Floh Stiche, Krümels Krümel, Lila und Gelb, Mema und Wollix und Stoffix. So, die Spannung steigt..






D i e  G e w i n n e r i n  i s t  " L i l a  u n d  G e l b ". Herzlichen Glückwunsch Birgit! Ich hoffe, der kleine Preis wird dir Freude bereiten. Bald wirst du von mir Post bekommen. Bedanken will ich mich nochmals bei allen, die mitgemacht haben. Ich hoffe, ihr hattet dabei so viel Spaß wie ich und freut euch über alle eure fertiggewordenen Sachen. Und vielleicht findet ihr Gefallen an der neuen Aktion "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank", die Monika und ich in diesem Jahr zusammen organisieren.

Dienstag, 31. Januar 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 1.2 - Zeit für die Entscheidung

Die zwei Wochen sind wieder wie im Fluge vergangen und heute steht schon der nächster Termin der ersten Runde von "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" an, zu dem ich euch herzlich begrüßen möchte. Wir befinden uns noch in der Anfangsphase der Aktion und bevor ich zu meinem Projekt komme, möchte ich noch zwei allgemeine Themen ansprechen.

Der mittlere Termin: Was gehört hierhin
Als wir mit Monika über die Aktion nachgedacht haben, haben wir überlegt, wie es vom Ablauf her am besten wäre. Damit man freier in seiner Zeitgestaltung ist, wollten wir nicht so viele Termine ansetzten, wie man das von den anderen Sewalongs kennt. Die eine näht gerne alles in einem Rutsch, die andere am liebsten am Wochenende und noch eine andere lieber ein, zwei Stündchen am Abend. Zu viele Termine zwingen einen zu einem bestimmten Zeitpunkt einen definierten Zwischenstand erreicht zu haben, was durchaus hilfreich und motivierend sein kann, lässt sich aber nicht immer mit unserem Alltag vereinbaren. Nur zwei Termine - also die Vorstellung dessen, was man nähen möchte und die Präsentation des fertigen Kleidungsstücks - schienen uns jedoch zu wenig zu sein. Darum haben wir uns für einen dritten Termin dazwischen entschieden. Es soll ein Sammeltermin für alles sein, was auf dem Weg von der Idee zum fertigen Kleidungsstück anfällt: Probleme mit der Beschaffung der Materialien, Auswahl der Schnittmuster, Anpassungsthemen, Erfolgs- oder Niederlagenmeldungen und, und, und. Auch ein Einstieg für Spätentschlossene ist zu diesem Zeitpunkt noch möglich. Die Linkliste werden wir bei diesem Termin länger offen lassen, sodass man sich auch später noch austauschen oder um Tipps, Rat oder Hilfe bieten kann, sollte es mal irgendwo klemmen. Die Mehrfachverlinkung ist zu diesem Termin möglich und erlaubt. Schaut hier also bitte des Öfteren rein!

Inspiration finden: Tipps für Näherinnen
In meinem letzen Post habe ich schon kurz erwähnt, dass die Aktion auch ein Gesprächsthema während der AnNÄHerung in Bielefeld war. Dabei wurde wiederholt die Frage gestellt, wo man am besten Inspirationen findet. Nun ja, Möglichkeiten gibt es viele und oft sind es die persönlichen Vorlieben, wie und wo man danach sucht. Heutzutage kann man fast alles im Internet finden. Trotzdem kaufe ich mir gelegentlich hochwertige Magazine, weil man dort nicht nur Inspirationen zum Thema Mode findet, sondern davon auch sehr viel über Typographie, Gestaltung und Layout lernen kann. Themen, die mich ebenso interessieren. Zweimal im Jahr - meistens im Januar und Juni - bringen viele der Modemagazine Beilagen oder sogar Sonderhefte heraus, die sich speziell dem Thema Mode und Trends der kommenden Saison widmen. Von den Trends, oder dem was man gerne als Trend erküren möchte, halte ich nicht viel, ich finde aber, dass die Extrahefte eine gute Übersicht bieten, von dem was aktuell auf den Laufstegen zu sehen ist. Regelmäßig kaufe ich mir Jolie Runway, ansonsten blättere ich in den Zeitschriften und entscheide meist spontan.


Online stöbere ich selbstverständlich auch. Ich persönlich mag die Englische Vogue und The Cut, redigiert von der Onlineredaktion des New York Magazine, da sie beide eine umfangreiche und benutzerfreundliche Übersicht der Runway Kollektionen anbieten, The Cut sogar oft mit Fotos von hinten. Auch Onlineshops, die High Fashion verkaufen, wie net-a-porter, mytheresa, neimanmarcus, luisaviaroma nutze ich, um sich die Kleidungstücke detailliert anzuschauen. Die Fashionblogger Szene verfolge ich dagegen kaum, da sie für mich zu sehr mit gesponserten Beiträgen gespickt ist. Und was sind eure Inspirationsquellen? Habt ihr Lieblingsmagazine, bevorzugte Onlineseiten oder sonstige Quellen?

Nun aber zum aktuellen Stand meines Projekts. Nach der längeren Ausführung oben, kann ich mich hier glücklicherweise kurz fassen, da bis jetzt kaum was passiert ist. Ich bin nach wie vor unentschieden, ob ich lieber das Dior oder das Jil Sander Kleid nähen möchte. Einzig habe ich schon ein wenig nach den möglichen Schnittmustern geschaut.

Für das Dior Kleid würde sich eines dieser Burda Einzelschnittmuster eignen.


Das erste Schnittmuster (Burda Style 6875) sieht dem Originalkleid wirklich ähnlich. Das zweite (Burda young 6921) ist vorne anders geschnitten, mehr ausgestellt und hat ein interessantes Revers. Ein ähnliches Revers, nur viel schöner proportioniert, hatte auch eine Jacke in dieser Dior Kollektion.



Ich muss mich entscheiden, wie ich das Blazerkleid tragen möchte. Der zweite Schnitt wäre auch ohne ein Shirt darunter tragbar. Ebenso muss ich überlegen, wie das Kleid zu füttern wäre. Mir scheint, dass die Schulter leicht verstärkt werden muss und dort auch ein Futter reinmuss, aber im unteren Bereich wegen der eingefassten Schlitze das Kleid ohne Futter genäht wird.


Alternativ könnte ich auch den Blazerschnitt aus der Burda Style 2/2014, Mod.107, verwenden. Ich müsste ihn nur verlängern. Damit würde ich mir die Geldausgabe und das Zusammenkleben des PDF Schnittmusters ersparen.

Bei dem Jil Sander Kleid ist alles ein wenig komplizierter. Ein Schnittmuster, das ähnlich geschnitten ist, habe ich nicht gefunden. Eine Möglichkeit wäre, aus passendem Rock- und Oberteilschnittmuster ein Kleid zu konstruieren. Einen Rock mit vier Abnähern vorne und hinten habe ich schon mal genäht. Der Schnitt stammte aus Meine Nähmode 3/2012, Modell 45, und ich könnte ihn auch hier verwenden. Und in der Burda Style 7/2014 gab es einen Taillenkürzen Blouson, Modell 102, der mit einigen Anpassungen bestimmt auch geeignet wäre.



Oder ich könnte ein anderes Burda Blouson Schnittmuster nehmen, die Auswahl ist ziemlich groß.
Im Moment habe ich für das Kleid auch noch keine Bündchen und mit Sicherheit wird es schwierig sein Bündchen zu finden, die den gleichen Farbton wie der Stoff haben. Und dann gibt es noch die Applikation. Soll ich sie machen und wenn ja wie.


Noch ist es nichts entschieden, aber das Dior Kleid würde ein unkomplizierteres Projekt sein.

Und was haben die beiden Kleider gemeinsam? Den Designer. Beide sind vom Raf Simons entworfen, dem sympathischen Belgier, der bis 2012 Kreativdirektor bei Jil Sander war und 2012 Chefdesigner von Dior wurde. Ich bin ein großen Fan seiner minimalistischen Entwürfe, die dennoch immer weiblich und elegant wirken. Sehr sehenswert ist auch der Film "Dior und ich", der seine ersten Wochen bei Dior begleitet und Einblicke in die Ateliers des französischen Traditionshauses gewährt. Doch genug "geredet"!

Ihr seid jetzt dran und wir beide, Monika und ich, sind auf eure Beiträge unglaublich gespannt!






Termine 1. Runde:
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So. 15.01. Inspirationen
Di. 31.01. Zwischenstandsbericht
Di. 28.02. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on

Sonntag, 15. Januar 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 1.1 - warm werden

Herzlich willkommen zum ersten Termin der ersten "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" Runde. Nach der Ankündigung der Aktion gab es positive Reaktionen, was mich sehr gefreut hat. Da gerade die vierte AnNÄHerung in Bielefeld stattfindet, gab es auch die Möglichkeit sich über die Aktion ein wenig zu unterhalten, was ich auch sehr schön fand. Ich werde im nächsten Post versuchen die Themen aufzugreifen, über die wir geredet haben.

Nun möchte ich zu meinem ersten Projekt kommen. Ich habe lange nachgedacht, womit ich die Aktion eröffnen soll und muss gestehen, dass ich mich selbst ein wenig unter Druck gesetzt habe. Je länger ich jedoch nachgedacht habe, desto mehr wurde mir klar, dass ich nicht gerne irgendetwas nähen möchte, nur um im Blog etwas ganz besonders zu zeigen. Darum fange ich ganz unaufgeregt an. Ich habe versucht mich zu erinnern, was ich alles für Designersachen schon mal nähen wollte und habe eine kleine Liste erstellt, die ich versuchen werde nach und nach abzuarbeiten. Meine Herausforderung wird es also sein, die "alten" Sachen zu realisieren, für die ich meistens schon Stoffe besitze und so wenig wie möglich Neues dazu kaufen.

Da ich die Entscheidung, was ich tatsächlich als erstes angehen werde noch ein bisschen hinauszögern möchte, werde ich diesmal zwei Möglichkeiten vorstellen, was aber nicht bedeutet, dass ich jedes Mal so vorgehen werde.

Das erste Kleid habe ich im Schaufenster des Dior Geschäfts im KaDeWe gesehen.


Christian Dior Früher-Sommer 2015
Bildquelle: www.vogue.co.uk/shows/spring-summer-2015-ready-to-wear/christian-dior/details/ Foto #49

Ein schlichtes, zeitloses Modell, das man fast wie eine Art Uniform zu vielen Anlässen anziehen kann. Ich fand, das meine Garderobe genau so ein Kleid brauchen könnte. Die Suche nach geeignetem Stoff hat sich zuerst als schwierig erwiesen, aber irgendwann bin ich bei Buttinette fündig geworden. 


Der Stoff des Originals ist ein Jacquardstoff mit kleinem geometrischem Muster, meiner ist ein dickerer Jersey oder ein fester Strickstoff von dem ich mir noch zusätzlichen Tragekomfort erhoffe. Da ich seit gestern im Besitz des wunderbaren Stofflexikons "Stoff und Faden" bin, das Constanze kürzlich geschrieben und herausgebracht hat, werde ich demnächst die Stoffe viel besser identifizieren und benennen können.

Beim zweiten Kleid hat die Geschichte mit dem Stoff angefangen, den ich bei einem Maybachuferbummel gekauft habe. 


Wir sind in einer kleinen Gruppe durch den Markt spazieren gegangen und der Stoff hat auch einige andere angelächelt, aber ich kann mich nicht erinnern, ihn irgendwo vernäht gesehen zu haben. Einen sehr ähnlichen Stoff in Schwarz habe ich schon früher recht teuer bei Alfatex gekauft und einen Blouson daraus genäht, der mir sehr gefällt und den ich sehr gerne trage. Für den grünen Marktstoff wusste ich zuerst keine Verwendung, bis ich ganz zufällig in einem Onlineshop dieses Jil Sander Kleid gesehen habe, das mir sofort perfekt für diesen Stoff erschien hat.

Bildquelle: lyst Onlineshop (leider im Shop nicht mehr verfügbar) 
früherer Link: www.lyst.co.uk/clothing/jil-sander-melodia-silk-sateen-dress-merlot/ 

Jil Sander Pre-Fall 2012
Bildquelle : www.designscene.net/2012/01/jil-sander-pre-fall-2012.html

Die beiden Kleider haben eine Gemeinsamkeit aber darüber in ca. zwei Wochen mehr. Jetzt bin ich sehr gespannt, ob Monika und mich in der ersten Runde jemand begleiten wird. Wir würden uns natürlich darüber sehr freuen. Die Linkliste wird immer eine Woche offen bleiben, genug Zeit also um sich jetzt noch ein Projekt zu überlegen.







Termine 1. Runde:
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So. 15.01. Inspirationen
Di. 31.01. Zwischenstandsbericht
Di. 28.02. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on