Sonntag, 8. Oktober 2017

Herbstjacken Knit Along 2017 - 1. Kann ich überhaupt noch stricken?

Herbstjacken Knit Along. Ich? Ja, ich bin selbst überrascht. Es ist mindestens 20 Jahre her, dass ich zum letzten Mal Stricknadeln in den Händen hielt. Der Wunsch wieder einzusteigen keimt aber in mir schon länger. In den Blogs bewundert man ständig in den tollsten Wollqualitäten gestrickte Jacken oder traumhafte Tücher von Stephen West und in den Geschäften findet man nur Acryl oder pillendes Zeug. Äußerst frustrierend.

Dass ich mir einen Account bei Ravelry angelegt habe, nur ein paar Tage bevor Monika das Knitalong bekanntlich gemacht hat, sehe ich jetzt als Zeichen :) und möchte daran teilnehmen. Aber eins muss ich unbedingt vorwegnehmen: am 26.11. werde ich bestimmt nicht fertig. Vielmehr erhoffe ich mir bei dem Knitalong allerlei Tipps von erfahrenen Strickerinnen zu bekommen, die mir den Wiedereinstig erleichtern bzw. überhaupt ermöglichen.

Und was möchte ich stricken...?

In der 4. Runde der Aktion "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" erwähnte Monika die letzte Bottega Veneta Sommerkollektion. Zum 50. Jubiläum des Hauses hat sich Creative Director Tomas Maier eine besonders schöne Kollektion überlegt. Shades Of White, Vibrant Leather, Butterfly Effekt, Dark Metalic, Coctail Hour, Evening Elegance waren die Themen dieser Kollektion. Das Moodboard dazu wird wahrscheinlich nicht mehr lange online einsehbar sein, auf der deutschen Bottega Veneta Seite ist es schon nicht mehr auffindbar. Am schönsten fand ich den Teil der Kollektion in dem unterschiedliche Weißtöne miteinander kombiniert wurden.

Bildquelle: Bottega Veneta

Dort hab ich mich auch in dem langen Strickcardigan verguckt.

Bildquelle: Bottega Veneta

Bildquelle: Bottega Veneta

Die erste Recherche auf Ravelry hat folgende Möglichkeiten gespuckt:
-Comfort by Kim Hargreaves
-You Wear It Well by Mary Annarella
-Stage diving by Katrin Schneider

So weit, so gut! Jetzt beginnt der viel schwierigere Teil. Das fängt schon mit der Garnwahl an. Sport, DK, Worsted, Aran, ply, wpi,  Gauge... die Sprache muss ich erst lernen. Der Bottega Veneta Cardigan ist aus Baumwolle gemacht und ganz bestimmt maschinell gestrickt. Die Baumwollsachen, die ich bis jetzt in den Händen hielt, waren immer nicht besonders geschmeidig und auch ziemlich schwer. Vielleicht gibt's da aber auch Qualitätsunterschiede. Es soll auf jeden Fall kein superwarmes und dickes Winterteil sein. Ich merke gerade, dass mein Cardigan eigentlich ein Fall für ein Frühjahrsjacken Knit Along ist :). Aber was soll's. Vielleicht nehme ich die Originalwolle oder etwas ähnliches und stricke den Cardigan von Kim Hargreaves in dunklem Anthrazit und nähe mir dazu einen Jeansrock, wie der aus dem Dark Metalic Bereich der Bottega Veneta Kollektion.

Schön Monika, dass du das virtuelle Strickkränzchen organisierst. Ich hoffe sehr, dass ich auf diese Weise den (Wieder)Einstieg jetzt schaffe. 

Samstag, 30. September 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 5.2 - In Arbeit der Prada inspirierte Mantel

Guten Morgen, ich begrüße euch herzlich zu einem weiteren "Von Laufsteg in den Kleiderschrank" Termin. Heute geht es wieder um den Zwischenstand und Monika und ich sind natürlich sehr gespannt, was ihr euch in den letzten zwei Wochen überlegt habt.

Meine Wunschprojekte standen schon letztes Mal fest, ich musste mich nur entscheiden, ob ich lieber mit dem Blazer à la Miu Miu aus der 4. Runde oder mit dem Prada inspiriertem Mantel beginne. Wobei beginnen ist hier wahrscheinlich der falsche Ausdruck. Ein Blazer und ein Mantel sind beide aufwendige Projekte und ich weiss nicht, ob der Oktober soviel Nähzeit hergeben wird um beide zu realisieren. Vermutlich nicht. Meine Wahl ist auf den Mantel gefallen, da er im Moment doch besser in die Jahreszeit passt.

Als erstes habe ich mich auf die Schnittmustersuche begeben. Schon seit Jahren tauchen besonders in der Herbst- und Winterzeit in diversen Nähmagazinen O-Linien Mäntel auf. Ich wollte jedoch nicht einen x-beliebigen Egg-Shape Schnitt sondern einen, der meiner Prada Inspiration ähnelt. Und solchen habe ich natürlich nicht gefunden. Ich fand jedoch zwei Schnittmuster, die mich hoffen ließen, dass mit einem Mix aus beiden und ein wenig Anpassungsarbeit die gewünschte Linie zu erhalten sei.

Hierbei handelt es sich um den Schnitt #134 aus Burda Style 3/2013, der sich perfekt als Basis für meinen Mantel eignet


und den Schnitt #121 aus Burda Style 11/2016, von dem ich das große Revers übernommen habe.


Ich nähe nicht bei jedem neuen Projekt ein Probemodell. Oft reicht es für mich die Schnitteile genau auszumessen um die Passform beurteilen zu können, wenn ich aber einen Schnitt umfangreicheren Änderungen unterziehe geht es nicht ohne. Ich habe also die großen Reversklappen des Mantels #121 auf das Vorderteil des Schnitts #134 übertragen, die restlichen Schnittteile fürs Erste ohne Änderung übernommen und nähte ein Modell aus Nessel. Bis auf die Ärmel war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Ärmel dagegen waren eng, sehr eng. Ich habe den Armausschnitt um 1,5cm vertieft und den Ärmeln deutlich mehr Volumen spendiert.

links der geänderte, rechts der Originalärmel
Das Ergebnis gefällt mir. Es imitiert den Prada Mantel ziemlich gut, finde ich.



Ich denke, jetzt kann ich den Mantel aus dem richtigen Stoff zuschneiden. Mit den Stoffen will ich diesmal auch ein bisschen experimentieren. Ich möchte den Mantel wärmer machen und plane ihn mit einem Funkion-Sportstoff zu füttern. Das ist der obere Stoff in dem Bild unten.


Er hat eine glatte und eine angeraute Seite, so ähnlich wie ein Sweater und ist von der Beschaffenheit, ganz anders als ein Futterstoff, überhaupt nicht glatt und flutschig. Ich möchte es trotzdem probieren. Es gibt doch auch Winterparkas mit Teddyfutter und das scheint auch zu funktionieren. Drückt mir die Daumen, dass alles gelingt!

Und jetzt seid ihr dran!




Termine der 5. Runde
Fr. 15.09. Inspirationen
Sa. 30.09. Zwischenstandsbericht
Di 31.10. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on

Hier findet ihr alle Informationen zu der Aktion

Mittwoch, 27. September 2017

MMM - Gerda aus La Maison Victor

Das Hauptaugenmerk liegt bei mir in diesem Jahr ganz klar auf der Aktion "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank", zwischendurch habe ich trotzdem ein paar andere, "normale" Sachen genäht. Für meine Schnittmanipulationen bei den "Laufsteg" Projekten nehme ich gerne die Schnittmuster von Burda. Zum einen, weil ich inzwischen eine große Sammlung Burda Hefte habe und darin fast immer ein Schnittmuster finde, welches sich gut für das jeweilige Projekt eignet. Zum anderen, weil ich die Passform der Schnitte gut kenne und relativ gut abschätzten kann, wie ich sie abändern muss um den gewünschten Look zu erhalten. Die Alleinstellung hat aber Burda Style bei mir längst verloren. Da ich die meisten Schnitte nur einmal nähe, rechnen sich Einzelschnitte einfach nicht für mich, darum greife ich eher zu anderen Nähmagazinen, als dass ich Indi Einzelschnittmuster kaufe. Gelegentlich werde ich trotzdem schwach, bei Named Schnitten zum Beispiel, oder wenn mir etwas begegnet, das mir besonders gut gefällt, wie Ninas wunderschönes Kleid beim heutigen MeMadeMittwoch. Die Nähmagazine sind jedoch meistens meine erste Wahl. Nachdem mir im letzten Jahr einige Sachen aus der Fashion Style sehr gut gefallen haben, teste ich gerade die Knipmode im Abo und auch La Maison Victor kaufe ich seit dem ersten Erscheinen regelmäßig und abonniere das Magazin auch seit Kurzen. Gerade die Modelle aus LMV gefallen mir sehr gut, weil sie sich für mich im Alltag immer bewähren. Darum möchte ich heute ein weiteres Maison Victor Modell vorstellen, das Kleid Gerda aus der Ausgabe 1/2017.






Angeschnittene Ärmel, betonte Taille, in Falten gelegtes Rockteil, runder Ausschnitt vorne und eine tolle Rückenpartie: ein raffinierter Schnitt, der trotzdem nicht zu kompliziert zu nähen ist.

Zum Nähprozess gibt es nicht viel zu sagen. Nachdem ich die abgepausten Schnittteile genauer begutachtet habe, fand ich, dass das Oberteil des Kleides recht kurz ausfällt und habe beim Zuschnitt die Nahtzugabe der Taillennaht großzügig gelassen. Letztendlich habe ich das Oberteil um 1,5 cm verlängert und an den Seitennähten die Passform des Kleides ein wenig justiert. Sonst habe ich keine weiteren Änderungen vorgenommen. Das Kleid hat kein Futter, da bin ich gespannt, wie es sich beim Tragen mit einer Strumpfhose verhalten wird. Ein bisschen stört es mich, dass das Taillenband aus nur einer Stofflage besteht. Eine Lösung, wo es doppelt gewesen wäre, ähnlich einem Rockbund, würde mir besser gefallen.


Die Fotos sind entstanden als es draußen noch schön warm war, das Kleid sieht aber auch mit Strumpfhose und wärmeren Schuhen gut aus. Sogar das Designbeispiel in der Zeitschrift wurde so vorgestellt.


Ich finde jedoch, dass es nicht einfach ist das passende Drüber für das Kleid zu finden. Das Problem sind die weiten angeschnittenen Ärmel. Wenn man nur das Kleid trägt, machen sie es herrlich bequem, zieht man eine Strickjacke mit normal eingesetzten Ärmeln drüber, wird es eng unter den Armen. Noch im Sommer, als es mal kühler wurde, habe ich es mit einem gekauften Bomber-Strickjäckchen mit Raglanärmel getragen, für die jetzigen Temperaturen habe ich leider kein Jäckchen, das die weiten Ärmel des Kleides bequem beherbergen kann und gleichzeitig warm genug ist.


Mein Kleid und das im Magazin sehen sich sehr ähnlich, obwohl ich diesmal das Kleid nicht aus dem Original-LMV-Stoff genäht habe. Trotzdem vermute ich, dass es sich um den gleichen Stoff handelt, nur ich habe meinen zufällig bei Alfatex entdeckt und zu einem deutlich niedrigeren Preis gekauft ;) Es ist nicht die Farbe zu der ich bis jetzt oft gegriffen habe, aber sie gefällt mir gut und passt erstaunlicherweise sehr gut zu anderen meinen Sachen.

Schön, heute wieder ein Teil der nähenden Gemeinde zu sein, die immer Mittwochs in dem MeMadeMittwoch-Blog ihre selbstgenähten Werke zeigt. Hier geht's zu den anderen Beiträgen.


Freitag, 15. September 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 5.1 - Miu Miu und Prada

Heute, wie immer in diesem Jahr in der Mitte des ungeraden Monats, fängt wieder "Von Laufsteg in den Kleiderschrank" an. Die 5. Staffel schon :). Hoffentlich wird die Stammbesetzung bestehen bleiben, vielleicht kommen auch neue Mitwirkende dazu... Monika und ich, wir werden uns auf jeden Fall beide wieder der Herausforderung stellen.

Am Anfang jeder neuen Runde bin ich immer auf die Teilnehmer und die Pläne sehr gespannt. Ich weiß nicht wie ihr das sieht, aber ich finde, dass bis jetzt in jeder Runde großartige Sachen entstanden sind. Es lohnt sich wirklich da noch einmal reinzuschauen:
=> 1. Runde   => 2. Runde   => 3. Runde   => 4. Runde

Und was plane ich diesmal? Da ich beim letzten Mal nur das Sommerkleid genäht habe, sind die restlichen Pläne der letzten Runde - die Jacke mit der Pelerine, die ich beim 1. Termin vorgestellt habe und die Bluse, genauer vorgestellt beim 2. Termin - immer noch aktuell für mich. Aber ich hab noch weitere Wünsche. Ich möchte gerne noch einen Übergangsmantel nähen. Die Inspiration stammt aus einer - wenn man an die kurze Lebensdauer der Mode heutzutage denkt - schon wirklich alten Kollektion von Prada, und zwar der Herbst/Winter Kollektion von 2011. Ich bin seit langem ein großer Prada und Miu Miu Fan. Den Prada Sewalong auf dem MeMadeMittwoch Blog im letzten Jahr fand ich großartig, obwohl ich selber peinlicherweise über das Aufzählen dessen, was ich schon mal nach Prada genäht habe und Vorstellen der Pläne nicht hinausgekommen bin. Damals schon habe ich den Wunsch nach diesem Mantel geäußert. Diesen möchte ich mir jetzt erfüllen. Hier ist also noch einmal meine Inspiration:

Bildquelle: myfashionlife
Bildquelle: British Vogue

Ich weiß nicht aus welchem Material die Prada Mäntel gemacht waren. Vermutlich war es ein echtes Leder mit Schlangenprägung. Ersatzweise könnte man den Mantel aus Kunstleder machen, das wollte ich aber nicht und habe stattdessen einen festen Baumwollstoff gewählt. Für den Kragenbesatz werde ich dann tatsächlich Kunstleder nehmen.


Über das Schnittmuster habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Vom Gefühl her würde ich sagen, dass es in jeder Schnittmuster-Zeitschrift, egal ob Burda Style, Fashion Style (Knipmode) oder Nähtrends (Patrones), mehrere solche Oversize Eggshape-Mäntel schon gab. Beim nächsten Termin werde ich dann berichten, ob mich mein Gefühl nicht getäuscht hat.

Und jetzt kann ich es kaum erwarten, eure Pläne kennenzulernen




Termine der 5. Runde
Fr. 15.09. Inspirationen
Sa. 30.09. Zwischenstandsbericht
Di 31.10. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on

Hier findet ihr alle Informationen zu der Aktion

Mittwoch, 13. September 2017

MMM - Sommerabschied(?) im Reeta Dress von Named

Nachdem die vorjährige Winterkollektion von Named mit dem faszinierenden Namen "Evolution Theory" wie eine Bombe eingeschlagen hat und Helmi, Pilvi, Lempi und Co. rauf und runter genäht wurden, schien mir, dass die Sommerkollektion "Playground" ein wenig echolos an den deutschen Nähblogs vorbeigegangen ist. Zu unrecht, wie ich finde. In dieser Kollektion gab's nämlich einige schöne Schnittmuster. Schlicht, tragbar und gleichzeitig gut durchdacht und immer besonders - die unverkennbaren Attribute der Schnittentwürfe des finnischen Designer-Duos.

Ich plante aus dieser Kollektion das Reeta Midi Shirt Dress, die Ninni Elastic Waist Culottes und auch das Maisa Denim Jacket zu nähen. Den Sommer über änderte sich jedoch die Reihenfolge auf meiner ToSew-Liste immer wieder ganz spontan und Anfang September war von den drei geplanten Sachen noch kein einziges Teil genäht. Als dann vor ein paar Tagen die Sonne es schaffte die dicke Wolkendecke zu durchbrechen, dachte ich, jetzt oder nie, breitete den flutschigsten Stoff, den es überhaupt geben kann, auf dem Boden und Schnitt das Kleid zu.







Nachdem ich gelesen habe, dass man für die von mir benötigte Größe 2,7 m Stoff braucht und ich nur 2 m hatte, musste ich mich gar nicht bemühen und auf die Verteilung der Blumen auf den Schnittteilen achten. Um es überhaupt zuschneiden zu können - und ich wollte das Kleid unbedingt aus diesem Stoff nähen - musste ich zu allen möglichen Tricks greifen. Die Schnittteile konnte ich nicht alle in dieselbe Richtung legen, die innere Passe ist nicht im Stoffbruch zugeschnitten und die vorderen Belege musste ich auch stückeln. Das ganze Kleid habe ich auch 12 cm kürzer zugeschnitten.

Beim Nähen hat es sich bestätigt, dass Stoffe in Atlasbindung sehr empfindlich sind. Obwohl ich neue 60er Markennadel und ein feines Garn nutzte, zog der Stoff beim Nähen trotzdem noch leicht Fäden. Um die Nähte haltbarer zu machen habe ich eine Technik verwendet, die kürzlich Mema zeigte - eine Französische- bzw. Rechts-Links-Naht mit der Overlock. Mit der Passform des Schnittmusters hatte ich dagegen keine Probleme und nähte alles ohne Änderungen. Sogar die Taillenhöhe passte ganz gut, obwohl ich kleiner bin, als die 172 cm für die, der Schnitt entworfen ist. Wer genau hinschaut, bemerkt vielleicht, dass mein Kleid keine Brusttaschen hat. Nicht, dass sie mir nicht gefallen würden, nur wegen der Stoffknappheit war der Zuschnitt so beliebig, dass das Vorderteil ohne Taschen einfach schöneren Musterverlauf hat. Theoretisch könnte ich aber die Taschen noch dranmachen, sollte ich mir das mal anders überlegen.


Wahrscheinlich wird es in diesem Jahr nicht mehr ganz viele Gelegenheiten geben um das Kleid noch zu tragen. Ich bin trotzdem total happy es genäht zu haben und freue mich schon jetzt auf die ersten warmen Tage im nächsten Jahr. Ab heute gibt es auch schon wieder die neue Herbst-/Winter-Schnittmusterkollektion von Named zu bestaunen und kaufen. Ja, der Herbst rückt heran und mit ihm das Thema der Herbstkleidung. Wie gut, dass der MeMadeMittwoch bestimmt viele Anregungen dazu liefern wird.

Mittwoch, 6. September 2017

MMM - Warum unter anderem das Maison Victor Kleid "Barbara" mein schönstes Ferienerlebnis war

Ich weigere mich zu glauben, dass der Sommer schon zu Ende sein soll! Große Freude empfinde ich dagegen darüber, dass der MeMadeMittwoch aus der Sommerpause zurück ist. Ohne den wöchentlichen MeMade-Treff ist das Nähen nämlich nur halb so schön. Danke liebes MMM-Team, dass ihr uns das ermöglicht.

Der MeMadeMittwoch startet direkt mit einem Mottotag. Das Thema "Mein schönstes Ferienerlebnis" klingt ein bisschen wie ein Thema des ersten Schulaufsatzes nach den großen Ferien. Früher in der Schule war für mich das Aufsatzschreiben die schlimmste Aufgabe überhaupt. Das ist zum Glück schon Jahre her und auch wenn ich das Aufsatztrauma immer noch nicht ganz überwunden habe ;), sitze ich heute ganz freiwillig vor einem Blatt Papier ( ja, ich schreibe tatsächlich oft meine Posts erst ganz altmodisch auf einem Blatt Papier) und überlege, was denn in diesem Jahr für mich das schönste Ferienerlebnis sein mochte. Nun, klassische Ferien habe ich nicht gehabt, aber... ich habe in diesem Sommer ganz viel draußen genäht. Das fand ich wirklich sehr, sehr schön. Schön fand ich auch, dass auf der Suche nach schönen Foto-Locations für meine neugenähten Sachen mein Mann und ich oft lange Spaziergänge unternommen haben, manchmal sogar richtigen Ausflüge. So ist die meist lästige Fotografiererei zu besonders schönen Momenten dieses Sommers geworden.

Auch die Fotos des Kleides Barbara aus LMV 2/2017 sind bei einem dieser Spaziergänge entstanden. Den mit Sonnenblumen dicht bewachsenen Feldweg haben wir ganz zufällig entdeckt und fanden ihn beide für die Fotos dieses Kleides einfach perfekt.






Die Frühjahrsausgabe von LMV enthält wie immer viele schöne Schnitte. Diesmal waren es aber nicht die eleganten Stücke, wie das Kleid Suzanne oder das Top Michèlle, die meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, sondern ein unkompliziertes, ärmelloses Hemdblusenkleid. Eine Schürze in chic quasi. Genau das, was in meinem Schrank gefehlt hat.

Besonders schön an diesem Kleid finde ich die schmale Halsblende, die schmale Knopfleiste und den schmalen Gürtel. Alle diese Teile sind nur 2cm breit. Der Gürtel übrigens ist im Rücken kein echter Gürtel sondern ein Taillenbund, der zwischen dem oberen Rückenteil und dem rückwärtigen Rock eingenäht ist. Vorne ist der Gürtel lose und kann normal gebunden werden. Eine Lösung, die gut funktioniert und sich wirklich gut trägt. Ich finde auch, dass der Ausschnitt eine besonders schöne Linie hat. Unglücklicherweise keine der Fotos im Heft zeigt das deutlich.

Zu dem Schnittmuster selbst wäre es folgendes zu sagen: Das Kleid fällt recht groß aus und man kann es ruhig eine Größe kleiner zuschneiden. Ich habe an den Seitennähten ein gutes Stück wegnehmen müssen. Dann sollte man beachten, das die Halsblenden keine Belege sind. Die Blenden werden doppelt zugeschnitten, zusammengenäht und an den Ausschnitt dran genäht. Ich erwähne das, weil auf der Suche nach genähten Exemplaren dieses Kleides ich auf einen Post gestoßen bin - wunderschöne Barbara Version übrigens -, in dem von den Problemen mit den Halsteilen berichtet wurde. Es ist nicht kompliziert das Kleid zu nähen aber das Schnittmuster beinhaltet ziemlich viele, teilweise kleine bzw. schmale Teile. Bei einem Viskosestoff, kann das Nähen zu einer kleinen Nervenprobe werden.

Mein Stoff ist ein Crêpe Marocain, der bei Buttinette den Namen "Playman" trug. Beim genauen betrachten erkennt man, dass dieses auf den ersten Blick abstrakt erscheinendes Muster in Wirklichkeit kleine Männchen sind.



Für mich hat sich die Fummelarbeit auf jeden Fall gelohnt, denn wie gehofft hat das Kleid die Lücke in meinem Schrank perfekt gefüllt. Beinahe hätte ich es vergessen - ich hab dem Kleid noch Taschen spendiert, was es natürlich noch perfekter macht :)

Und jetzt, schon traditionell zu ganz späten Stunde, geht es zurück zum Me Made Mittwoch und dem schönsten Ferienerlebnis. Ich bin auf die Storys sehr gespannt. Und ihr?

Donnerstag, 31. August 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 4.3 - Das Finale der vierten Runde

Ein Monat ist vergangen, ohne dass hier im Blog etwas passiert ist. Auch mein Instagram Account müsste dringend wiederbelebt werden. Genäht habe ich durchaus etwas, nur zum Bloggen konnte ich mich nicht motivieren. Um mich herum macht gerade jeder Urlaub, ob das der Grund dafür ist, dass auch mich eine gehörige Portion Sommerfaulheit befallen hat. Komplizierteren Projekten bin ich aus dem Weg gegangen - kein weiteres Kleid à la Dior also. Ich beendete das Dolce & Gabbana inspiriertes Kleid, nähte aus La Maison Victor zwei Kleider für mich, ein Hemd nach einem Burdaschnitt als Geburtstagsgeschenk, versuchte mich mit mässigem Erlog wieder im Nähen einer Hose und wollte eigentlich für das heutige Finale noch die Miu Miu inspirierte Bluse fertig haben (in meinem Inspirationspost und in dem Zwischenstandsbericht habe ich über die Ideen, Stoffe, Schnittmuster ausführlicher geschrieben). Zwei Schnittmuster habe ich ausprobiert: einen Schnitt aus der neusten Ottobre und einen aus einer Burda Style. Keiner der genähten Probemodelle hat mich 100%ig überzeugt. Ich bin auf der Suche nach einem klassischen Hemdblusenschnitt und bevor ich den schönen Viskosestoff anschneide möchte ich noch weitere Schnittmuster ausprobieren. Das Thema Hemd/Bluse hat mich gerade richtig gepackt und ich werde meinen Überlegungen zu diesem Thema und der Bewertung der Schnittmuster, die ich ausprobiert habe, einen separaten Post widmen.

Und heute zeige ich das D&G inspiriertes Kleid. Das Original war in der Frühjar- / Sommerkollektion von 2014 zu sehen, die mich schon im letzten Jahr zu einem zu einem Kleid inspiriert hat. Eine opulente Kollektion - typisch Dolce & Gabbana - in der transparente Seiden, elegante Spitzenstoffe, antike Drucke, romantische Blütenmuster und traditionelle Polka Dots miteinander kombiniert wurden.










Eigentlich war das Kleid schon vor einem Monat, beim 2. Termin dieser Runde, fast fertig. Einen passenden Stoff für die Ärmelblenden und fürs Einfassen des Ausschnitts zu finden hat mehr Zeit in Anspruch genommen als die verbliebene Näharbeit. Die Blenden in dem Originalkleid, hier nochmals zu sehen, wurden aus dunklem Stoff genäht. Einzige dunkle Farbe, die in meinem Stoff vorkommt ist schwarz und eine schwarze Blende sah aus wie ein Trauerflor. Nachdem ich also sehr viele Stoffe unterschiedlicher Farben und Qualitäten an das Kleid angehalten habe, fand ich einen bestimmten Beigeton am schönsten und habe mich für einen dickeren Baumwollstoff in Beige entschieden. Der Materialmix meines Kleides, obwohl anders als der des Originals, gefällt mir sehr gut. Das Vorderteil ist aus dünnem Satin genäht, der abhängig vom Licht mehr oder weniger glänzt. Ich habe es mit feinem Baumwollstoff gefüttert. Dagegen ist der Stoff des Rückenteils matt und dicker. Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob er für das Kleid nicht zu dick ist, jetzt bin ich mit meiner Wahl sehr glücklich. Er fällt schön, ist nicht durchsichtig und macht das Kleid weniger festlich. Schnitttechnisch war das Kleid keine allzu große Herausforderung und auch recht einfach zu nähen. Es trägt sich ganz angenehm und ist sehr bequem. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und denke, dass ich es gerne tragen werde.

Soviel zu meinen Ergebnissen dieser Runde. Ich bin wirklich sehr auf die anderen Projekte gespannt. Die Beiträge werden bei Monika gesammelt und ich hoffe, dass das auch funktionieren wird. Gestern hat mich eine Nachricht von Monika erreicht. Sie genießt im Moment ihre Urlaubswoche, hat aber dadurch mit einigen technischen Problemen zu kämpfen. Ihr Post wird wahrscheinlich zuerst keine Bilder enthalten, die werden selbstverständlich nachgereicht sobald sie wieder zu Hause ist :). (Kleine Ergänzung: Monikas Post ist online, mit Bildern und Linkliste. Alles gut also!)