Freitag, 15. September 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 5.1 - Miu Miu und Prada

Heute, wie immer in diesem Jahr in der Mitte des ungeraden Monats, fängt wieder "Von Laufsteg in den Kleiderschrank" an. Die 5. Staffel schon :). Hoffentlich wird die Stammbesetzung bestehen bleiben, vielleicht kommen auch neue Mitwirkende dazu... Monika und ich, wir werden uns auf jeden Fall beide wieder der Herausforderung stellen.

Am Anfang jeder neuen Runde bin ich immer auf die Teilnehmer und die Pläne sehr gespannt. Ich weiß nicht wie ihr das sieht, aber ich finde, dass bis jetzt in jeder Runde großartige Sachen entstanden sind. Es lohnt sich wirklich da noch einmal reinzuschauen:
=> 1. Runde   => 2. Runde   => 3. Runde   => 4. Runde

Und was plane ich diesmal? Da ich beim letzten Mal nur das Sommerkleid genäht habe, sind die restlichen Pläne der letzten Runde - die Jacke mit der Pelerine, die ich beim 1. Termin vorgestellt habe und die Bluse, genauer vorgestellt beim 2. Termin - immer noch aktuell für mich. Aber ich hab noch weitere Wünsche. Ich möchte gerne noch einen Übergangsmantel nähen. Die Inspiration stammt aus einer - wenn man an die kurze Lebensdauer der Mode heutzutage denkt - schon wirklich alten Kollektion von Prada, und zwar der Herbst/Winter Kollektion von 2011. Ich bin seit langem ein großer Prada und Miu Miu Fan. Den Prada Sewalong auf dem MeMadeMittwoch Blog im letzten Jahr fand ich großartig, obwohl ich selber peinlicherweise über das Aufzählen dessen, was ich schon mal nach Prada genäht habe und Vorstellen der Pläne nicht hinausgekommen bin. Damals schon habe ich den Wunsch nach diesem Mantel geäußert. Diesen möchte ich mir jetzt erfüllen. Hier ist also noch einmal meine Inspiration:

Bildquelle: myfashionlife
Bildquelle: British Vogue

Ich weiß nicht aus welchem Material die Prada Mäntel gemacht waren. Vermutlich war es ein echtes Leder mit Schlangenprägung. Ersatzweise könnte man den Mantel aus Kunstleder machen, das wollte ich aber nicht und habe stattdessen einen festen Baumwollstoff gewählt. Für den Kragenbesatz werde ich dann tatsächlich Kunstleder nehmen.


Über das Schnittmuster habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Vom Gefühl her würde ich sagen, dass es in jeder Schnittmuster-Zeitschrift, egal ob Burda Style, Fashion Style (Knipmode) oder Nähtrends (Patrones), mehrere solche Oversize Eggshape-Mäntel schon gab. Beim nächsten Termin werde ich dann berichten, ob mich mein Gefühl nicht getäuscht hat.

Und jetzt kann ich es kaum erwarten, eure Pläne kennenzulernen




Termine der 5. Runde
Fr. 15.09. Inspirationen
Sa. 30.09. Zwischenstandsbericht
Di 31.10. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on

Hier findet ihr alle Informationen zu der Aktion

Mittwoch, 13. September 2017

MMM - Sommerabschied(?) im Reeta Dress von Named

Nachdem die vorjährige Winterkollektion von Named mit dem faszinierenden Namen "Evolution Theory" wie eine Bombe eingeschlagen hat und Helmi, Pilvi, Lempi und Co. rauf und runter genäht wurden, schien mir, dass die Sommerkollektion "Playground" ein wenig echolos an den deutschen Nähblogs vorbeigegangen ist. Zu unrecht, wie ich finde. In dieser Kollektion gab's nämlich einige schöne Schnittmuster. Schlicht, tragbar und gleichzeitig gut durchdacht und immer besonders - die unverkennbaren Attribute der Schnittentwürfe des finnischen Designer-Duos.

Ich plante aus dieser Kollektion das Reeta Midi Shirt Dress, die Ninni Elastic Waist Culottes und auch das Maisa Denim Jacket zu nähen. Den Sommer über änderte sich jedoch die Reihenfolge auf meiner ToSew-Liste immer wieder ganz spontan und Anfang September war von den drei geplanten Sachen noch kein einziges Teil genäht. Als dann vor ein paar Tagen die Sonne es schaffte die dicke Wolkendecke zu durchbrechen, dachte ich, jetzt oder nie, breitete den flutschigsten Stoff, den es überhaupt geben kann, auf dem Boden und Schnitt das Kleid zu.







Nachdem ich gelesen habe, dass man für die von mir benötigte Größe 2,7 m Stoff braucht und ich nur 2 m hatte, musste ich mich gar nicht bemühen und auf die Verteilung der Blumen auf den Schnittteilen achten. Um es überhaupt zuschneiden zu können - und ich wollte das Kleid unbedingt aus diesem Stoff nähen - musste ich zu allen möglichen Tricks greifen. Die Schnittteile konnte ich nicht alle in dieselbe Richtung legen, die innere Passe ist nicht im Stoffbruch zugeschnitten und die vorderen Belege musste ich auch stückeln. Das ganze Kleid habe ich auch 12 cm kürzer zugeschnitten.

Beim Nähen hat es sich bestätigt, dass Stoffe in Atlasbindung sehr empfindlich sind. Obwohl ich neue 60er Markennadel und ein feines Garn nutzte, zog der Stoff beim Nähen trotzdem noch leicht Fäden. Um die Nähte haltbarer zu machen habe ich eine Technik verwendet, die kürzlich Mema zeigte - eine Französische- bzw. Rechts-Links-Naht mit der Overlock. Mit der Passform des Schnittmusters hatte ich dagegen keine Probleme und nähte alles ohne Änderungen. Sogar die Taillenhöhe passte ganz gut, obwohl ich kleiner bin, als die 172 cm für die, der Schnitt entworfen ist. Wer genau hinschaut, bemerkt vielleicht, dass mein Kleid keine Brusttaschen hat. Nicht, dass sie mir nicht gefallen würden, nur wegen der Stoffknappheit war der Zuschnitt so beliebig, dass das Vorderteil ohne Taschen einfach schöneren Musterverlauf hat. Theoretisch könnte ich aber die Taschen noch dranmachen, sollte ich mir das mal anders überlegen.


Wahrscheinlich wird es in diesem Jahr nicht mehr ganz viele Gelegenheiten geben um das Kleid noch zu tragen. Ich bin trotzdem total happy es genäht zu haben und freue mich schon jetzt auf die ersten warmen Tage im nächsten Jahr. Ab heute gibt es auch schon wieder die neue Herbst-/Winter-Schnittmusterkollektion von Named zu bestaunen und kaufen. Ja, der Herbst rückt heran und mit ihm das Thema der Herbstkleidung. Wie gut, dass der MeMadeMittwoch bestimmt viele Anregungen dazu liefern wird.

Mittwoch, 6. September 2017

MMM - Warum unter anderem das Maison Victor Kleid "Barbara" mein schönstes Ferienerlebnis war

Ich weigere mich zu glauben, dass der Sommer schon zu Ende sein soll! Große Freude empfinde ich dagegen darüber, dass der MeMadeMittwoch aus der Sommerpause zurück ist. Ohne den wöchentlichen MeMade-Treff ist das Nähen nämlich nur halb so schön. Danke liebes MMM-Team, dass ihr uns das ermöglicht.

Der MeMadeMittwoch startet direkt mit einem Mottotag. Das Thema "Mein schönstes Ferienerlebnis" klingt ein bisschen wie ein Thema des ersten Schulaufsatzes nach den großen Ferien. Früher in der Schule war für mich das Aufsatzschreiben die schlimmste Aufgabe überhaupt. Das ist zum Glück schon Jahre her und auch wenn ich das Aufsatztrauma immer noch nicht ganz überwunden habe ;), sitze ich heute ganz freiwillig vor einem Blatt Papier ( ja, ich schreibe tatsächlich oft meine Posts erst ganz altmodisch auf einem Blatt Papier) und überlege, was denn in diesem Jahr für mich das schönste Ferienerlebnis sein mochte. Nun, klassische Ferien habe ich nicht gehabt, aber... ich habe in diesem Sommer ganz viel draußen genäht. Das fand ich wirklich sehr, sehr schön. Schön fand ich auch, dass auf der Suche nach schönen Foto-Locations für meine neugenähten Sachen mein Mann und ich oft lange Spaziergänge unternommen haben, manchmal sogar richtigen Ausflüge. So ist die meist lästige Fotografiererei zu besonders schönen Momenten dieses Sommers geworden.

Auch die Fotos des Kleides Barbara aus LMV 2/2017 sind bei einem dieser Spaziergänge entstanden. Den mit Sonnenblumen dicht bewachsenen Feldweg haben wir ganz zufällig entdeckt und fanden ihn beide für die Fotos dieses Kleides einfach perfekt.






Die Frühjahrsausgabe von LMV enthält wie immer viele schöne Schnitte. Diesmal waren es aber nicht die eleganten Stücke, wie das Kleid Suzanne oder das Top Michèlle, die meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, sondern ein unkompliziertes, ärmelloses Hemdblusenkleid. Eine Schürze in chic quasi. Genau das, was in meinem Schrank gefehlt hat.

Besonders schön an diesem Kleid finde ich die schmale Halsblende, die schmale Knopfleiste und den schmalen Gürtel. Alle diese Teile sind nur 2cm breit. Der Gürtel übrigens ist im Rücken kein echter Gürtel sondern ein Taillenbund, der zwischen dem oberen Rückenteil und dem rückwärtigen Rock eingenäht ist. Vorne ist der Gürtel lose und kann normal gebunden werden. Eine Lösung, die gut funktioniert und sich wirklich gut trägt. Ich finde auch, dass der Ausschnitt eine besonders schöne Linie hat. Unglücklicherweise keine der Fotos im Heft zeigt das deutlich.

Zu dem Schnittmuster selbst wäre es folgendes zu sagen: Das Kleid fällt recht groß aus und man kann es ruhig eine Größe kleiner zuschneiden. Ich habe an den Seitennähten ein gutes Stück wegnehmen müssen. Dann sollte man beachten, das die Halsblenden keine Belege sind. Die Blenden werden doppelt zugeschnitten, zusammengenäht und an den Ausschnitt dran genäht. Ich erwähne das, weil auf der Suche nach genähten Exemplaren dieses Kleides ich auf einen Post gestoßen bin - wunderschöne Barbara Version übrigens -, in dem von den Problemen mit den Halsteilen berichtet wurde. Es ist nicht kompliziert das Kleid zu nähen aber das Schnittmuster beinhaltet ziemlich viele, teilweise kleine bzw. schmale Teile. Bei einem Viskosestoff, kann das Nähen zu einer kleinen Nervenprobe werden.

Mein Stoff ist ein Crêpe Marocain, der bei Buttinette den Namen "Playman" trug. Beim genauen betrachten erkennt man, dass dieses auf den ersten Blick abstrakt erscheinendes Muster in Wirklichkeit kleine Männchen sind.



Für mich hat sich die Fummelarbeit auf jeden Fall gelohnt, denn wie gehofft hat das Kleid die Lücke in meinem Schrank perfekt gefüllt. Beinahe hätte ich es vergessen - ich hab dem Kleid noch Taschen spendiert, was es natürlich noch perfekter macht :)

Und jetzt, schon traditionell zu ganz späten Stunde, geht es zurück zum Me Made Mittwoch und dem schönsten Ferienerlebnis. Ich bin auf die Storys sehr gespannt. Und ihr?