Montag, 3. April 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 2.2 - Ich hinke den Plänen hinterher

Leider muss ich diesen Post wieder mit einer kleinen Jammereinlage beginnen. Ich bin mit dem Post spät dran und wider erwarten habe auch noch nicht viel zu zeigen und schon gar nicht etwas Genähtes. Als ich vor zwei Wochen überlegt habe, was ich in dieser Runde nähen möchte, war ich fest davon überzeugt, dass ich beim 2. Treffen schon das erste fertige Kleid zeigen kann. Weit gefehlt! Ich bin übers Aussuchen und Zusammenkleben der Schnittmuster nicht hinausgekommen.


Mir war schon klar, dass ich es nicht schaffen werde alles Geplante zu nähen, aber ich dachte, dass es mir gelingen wird drei Teile zu fertigen. Wie weit ich meine Pläne nach unten korrigieren muss, kann ich im Moment noch nicht sagen und da ich mir schon Gedanken zu den möglichen Schnittmustern gemacht habe, mache ich heute eine kleine Zusammenstellung. Da hab ich alles parat, wenn ich zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht noch etwas davon nähen möchte.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Das erste und das zweite Gucci Kleid haben den gleichen Schnitt und unterscheiden sich nur durch die verwendeten Stoffe. Was mir bei dem Schnitt auffällt, sind die fehlenden Abnäher im Oberteil. Ich sehe hier keine Brustabnäher oder irgendwelche anderen Abnäher. Weder vorne noch hinten. Das bedeutet, dass das Taillieren des Kleides nur über die Seitennähte passiert. Das wird bei meiner Figur nicht funktionieren.


Schnittmöglichkeiten: Ich hatte in Erinnerung, dass es in einer Fashion Style vom letzten Jahr ein Kleid mit einem ähnlichen Schnitt gab. Leider nachdem ich das Heft gefunden habe, musste ich feststellen, dass dieses Schnittmuster nur für Trikot-Stoffe konstruiert ist und hat ebenfalls keine Abnäher. Für meine Zwecke ist es also nicht brauchbar.


In meiner Burdassammlung habe ich auch kein Schnittmuster gefunden, welches ich fast 1 zu 1 übernehmen könnte. Ich werde also nicht drumherum kommen mir aus mehreren Schnittmustern das Kleid zu basteln. Für das Oberteil habe ich in einer schon älteren Burda ein Hemd gefunden, dessen Schnitt dem Oberteil des Kleides sehr ähnelt.


Alternativ könnte ich auch ein Oberteil eines Kleides aus einer Fashion Style vom letzten Jahr nehmen.


Der Rock des Originalkleides ist ein Sonnenplissee. Der Stoff, den ich in der Kombination mit der Spitze für den Rock verwenden möchte ich ein Baumwollstoff und der Stoff aus dem ich eventuell das zweite Kleid nähen würde ist ein Viskosecrêpe. Weder Baumwolle noch Viskose lassen sich dauerhaft plissieren. Die Falten würden in diesen Stoffen nicht halten. Ich habe mir gedacht, dass vielleicht ein Rock, der aus mehren Bahnen besteht eine schöne Alternative zu einem plisssierten Rock sein könnte. In der Fashion Style 7/2015 habe ich einen geeigneten Rockschnitt gefunden.


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Wie genau das dritte Kleid geschnitten ist kann ich anhand der Bilder, die ich habe, gar nicht erkennen. Auf jeden Fall ist es ein nicht allzu weites Hemdblusenkleid. Es hat eine Knopfleiste, die ungefähr bis zu der Taille geht, eine klassische Hemdenpasse und Kragen und Manschetten mit Rüsche. Studiert man genauer den Musterverlauf des Originalkleids, scheint dass das Kleid keine Taillennaht hat. Schnittmöglichkeiten: Ich habe vor kurzem ganz zufällig auf einem Blog ein wunderschönes, genähtes Kleid entdeckt, das von der Silhouette dem Gucci Kleid sehr ähnelt, und habe mir sofort den Einzelschnitt, Burda Style 6760, als Downloadversion gekauft. Das Schnittmuster enthält drei Kragen- und drei Ärmelvarianten, sodass ich ohne größeren Anpassungsaufwand das Kleid nach dem Schnittmuster nähen könnte.


In einer Burda, die ich zu Hause liegen hatte, habe ich noch einen ähnlichen Schnitt gefunden. Das Kleid ist ein bisschen mehr ausgestellt, dafür hat es eine Passe, wie das Original.


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Das vierte Kleid steht nicht ganz oben in dem Ranking der fünf Kleider also habe ich nur ganz flüchtig nach einem Schnittmuster geschaut aber ich finde, dass dieser Burda Schnitt sich ganz gut eignen würde.


Das Schnittmuster habe ich in einer abgeänderter Form schon für mein Weihnachtskleid 2013 verwendet. Das Oberteil, das einen ungewöhnlichen Brustabnäher hat, der von der Schulter Richtung Brust geht und in den Falten versteckt ist, passte mir damals sehr gut.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Das fünfte Kleid ist in vielerlei Hinsicht ganz besonderes. Zu einem wegen dem besonderem Stoffsprint. Im November 1653 beschrieb Madeleine de Scudéry die Karte eines imaginären Landes, Reiches der Liebe (La Carte de Tendre). Dass Alessandro Michele die Karte als Muster für seine Stoffe verwendet, gibt der Kollektion eine symbolische Bedeutung. Kleider als "ein Atlas der Emotionen", besondere, kostbare Lieblingsstücke, die einen begleiten sollen und die man Saison für Saison ergänzt. Die andere Besonderheit sind die aufwendigen Paillettenapplikationen mit den Trompe-l’œil-Effekten. Auf dem vergrößertem Bild der Manschette oben, sieht man den Effekt der vorgetäuschten Dreidimensionalität ganz gut.
Schnittmöglichkeiten: Für dieses Kleid hätte ich ein erprobtes Schnittmuster. Meine Faszination für Gucci besteht schon seit längerem. Bereits im letzten Jahr habe ich angefangen ein Gucci inspiriertes Kleid zu nähen. Ein Kleid aus grüner Spitze mit gestreiftem Strickbund in der Taille. Das Kleid ist im Januar kurz vor der Annäherung in Bielefeld fertiggeworden und obwohl ich es seitdem schon öfter getragen habe, hat sich bis heute noch keine Gelegenheit ergeben, Tragefotos zu machen. Das hole ich aber ganz bald nach. Versprochen! Das Kleid habe ich nach einem Schnittmuster aus einer ganz alten Burda genäht. Dieses Schnittmuster könnte ich auch diesmal verwenden.


Gucci hat offenbar ganz viele inspiriert. Auch die Redaktionen der Schnittmuster Zeitschriften. Sowohl Burda Style als auch Fashion Style (Knipmode) haben einige Gucci-Lookalike-Schnittmuster herausgebracht. Unter anderem das Schnittmuster des Kleides unten, das eine Alternative zu dem Burdaschnitt wäre.



Sollte ich das Kleid irgendwann mal nähen, würde ich gerne den Taillenbund und die Pseudorüschen am Ausschnitt und an den Manschetten aus Paillettenstoff nähen. Nur wo soll einen schönen Pailletenstoff in gleicher Qualität und drei unterschiedlichen und zu meinem vorhandenen Stoff passenden Farben bekommen?

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Die Bluse möchte ich nach einem alten Schnitt aus den 70ern nähen. Ich finde, dass Alessandro Michele in die Kollektionen, die mir so gut gefallen, ganz viele seventies Elemente einfliessen lassen hat. Ich habe in meiner einzigen Burda, die ich aus diesem Jahrzehnt stammt zwar keine Bluse, aber zufälligerweise ein Kleid gefunden, dessen Schnitt der Gucci Bluse nahekommt.



Das sind es also detailliert meine großen Nähpläne des zweiten Vom Laufsteg in den Kleiderschrank Turnus. Zum Finaltermin am 30.04. hätte ich gerne das 1. und das 3. Kleid und die Bluse fertig :). Was sich tatsächlich realisieren lässt, wird sich im Laufe dieses Monats zeigen.

Ich freue mich sehr, dass ihr euch in der 2. Runde so zahlreich eingefunden habt und bin sehr beeindruckt was für schöne Sachen ihr und Monika, die in dieser Runde die Beiträge sammelt, realisiert.


Termine 2. Runde:
--------------------------
Mi. 15.03. Inspirationen
Fr. 31.03. Zwischenstandsbericht
So. 30.04. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on

Mittwoch, 29. März 2017

MMM - Ich habe auch ein Tuuli genäht!

Immer wieder gibt es Schnitte, die eine große Welle machen. In letzter Zeit ist das eindeutig das
Tuuli V-neck Jersey Dress aus der Evolution Theory Kollektion von Named, das von vielen Bloggerinnen genäht und positiv bewertet wurde.

Schon als ich zum ersten Mal die Schnittmuster der Evolution Theory Kollektion - die ich insgesamt für sehr gelungen halte - gesehen habe, ist mir der Schnitt dieses Kleides positiv aufgefallen. Ich bin kein großer Fan von Jerseykleidern, vor allem dann nicht, wenn sie hauteng geschnitten sind. Bei diesem Kleid hat mir die Kombination aus dem eng anliegendem Oberteil und dem weiten Faltenrock sehr gut gefallen. Im Dezember gab es auf Instagram einen Weihnachtskalender von @namedclothing und fast jeden Tag ein oder sogar mehrere Schnittmuster zum günstigeren Preis. Da habe ich richtig zugeschlagen und einiges, unter anderem auch das Tuuli Kleid, erstanden. Mittlerweile besitze ich ganz viele Schnittmuster von Named, genäht habe ich jedoch noch nicht viel davon. Vielleicht würde auch dieses Kleid noch länger auf die Realisierung warten müssen, wenn nicht gerade in den Nähblogs Tuulis wie Pilze nach dem Regen schießen würden. Das eine schöner als das andere. Und da ich einen, wie mir schien, passenden Stoff schon zu Hause liegen hatte, habe ich mir jetzt auch ein Tuuli Kleid genäht.







Den Stoff habe ich schon vor zwei Jahren als Reststück bei Alfatex gekauft. Wie schon erwähnt, ist Jersey nicht mein Lieblingsmaterial, aber in diesem Fall fand ich das Muster und die Farben so schön, dass ich mich verführen lies. Die Qualität des Stoffs finde ich nur mittelmässig, recht dünn und in der Quer- und Längsrichtung stark dehnbar. Vielleicht aber urteile ich falsch, da diese Merkmale eben typisch für Viskosejerseys sind. Nichts­des­to­trotz habe ich damit immer Probleme. Wenn ich Kleidung aus Webstoff nähe, habe ich mittlerweile meine Routine. Ich habe eine Vorstellung, wie weit oder eng anliegend ich das Kleidungsstück haben möchte, ich messe das Schnittmuster an den relevanten Stellen und entscheide mich dementsprechend für eine bestimmet Größe. Bei Jerseys sieht das ganz anders aus. Die Dehnbarkeit, die vom Stoff zu Stoff stark variieren kann, lässt mich bei der Wahl der Größe immer verzweifeln. Und auf die Maßtabelle ist leider nicht immer Verlass, diese Erfahrung hat bestimmt schon jede, die näht gemacht.

Als ich bei dem Tuuli Schnittmuster vor der Wahl der passenden Größe stand, ging es mir nicht anders als sonst. Vergleicht man die Masse in der Größentabelle mit den Massen des fertigen Kleides - unten habe ich eine Zusammenstellung gemacht - sieht man, dass z. B. bei der Gr. 40 die Taille 5,5 cm negativ ease aufweist und die Brust sogar 11,5 cm ( Wie lautet eigentlich die deutsche Bezeichnung für "negativ ease"? Negative Bequemlichkeitszugabe? Oder gibt es dafür einen anderen Begriff? ). Das fand ich recht viel und wählte eine Größe größer, was sich dann als absolut richtig herausgestellt hat. In der Brust hätte ich sogar gerne noch ein bisschen mehr Weite gehabt. Das Palmenmuster ist an dieser Stelle so sehr auseinandergezogen, dass es dort ein wenig heller ist als an anderen Stellen.


Da der Jersey dünn und stretchig ist, habe ich das Kleid mit dehnbarem Futterstoff aus Viskose/Polyester Mischung gefüttert. Ich mag dieses Futter, weil es sehr leicht ist und nur in der Querrichtung dehnbar. Das Kleid wird dadurch nicht wesentlich schwerer und das Futter im Oberteil verhindert, dass der schwerer Faltenrock die Taille nach unten zieht. Im Oberteil habe ich das Futter an die Belege angenäht. Für den Futterrock habe ich den Rock vom Vogue 1351 genommen. Damit das Kleid in der Taille besser sitzt habe ich, wie in der Anleitung empfohlen, einen 5mm schmalen Gummi an die Taillennahtzugabe genäht. Das Oberteil habe ich ein bisschen verlängert, wobei sich später bei der Anprobe herausgestellt hat, dass nur das Vorderteil verlängert werden musste, die Länge des Rückenteils stimmte bei mir.



Ist die richtige Größe gefunden, geht das Nähen schnell vonstatten. Trotzdem werde ich wahrscheinlich in absehbarer Zeit kein weiteres Tuuli nähen. Es gibt einfach viel zu viele andere Schnittmuster, die ich gerne ausprobieren möchte.

Eine großartige Schnittmustersammlung und Inspirationsquelle bietet jedes Mal der wöchentliche MeMadeMittwoch-Treff. Die Gastbloggerin Ina zeigt heute einen schönen Midi Rock und den Schnitt könnte ich eigentlich sofort auf meine Nähliste setzen. Ist klar, dass dann keine Zeit für Schnittmusterwiederholungen bleibt, oder?

Mittwoch, 22. März 2017

MMM in meiner ersten Culotte

Meine letzte MMM Teilnahme liegt schon einige Monate zurück. In den Anfängen meiner Bloggerzeit habe ich die Mittwochsposts spontan geschrieben. Meistens habe ich an dem Tag die Fotos gemacht, den Post geschrieben und mich dann irgendwann in den Abendstunden verlinkt. Seitdem hat sich in meinem Tagesablauf einiges verändert und ich habe nur selten Zeit mich tagsüber mit dem Schreiben eines Posts zu beschäftigen. Jetzt müsste ich die Posts früher vorbereiten, aber das klappt bei mir so gut wie nie. Meistens werde ich dann doch nicht rechtzeitig fertig und die angefangenen Post bleiben lange unveröffentlicht.

Ich bedaure es sehr, dass die Nähtagebuch Funktion, welche unter anderem mein Blog erfüllen sollte, nicht mehr vorhanden ist - ich habe inzwischen viele Kleidungsstücke genäht, die ich nicht im Blog gezeigt habe - aber leider fehlt mir die Idee, wie ich das zeitlich besser managen könnte. Es gibt Blogger, die mittlerweile nur auf Instagram posten. Ich persönlich finde Instagram als zusätzlichen Kanal ganz nett, die #ootd Fotos haben für mich aber eine ganz andere Aussagekraft und sind kein Ersatz für informative Blogposts. Mich würde eure Meinung dazu sehr interessieren.

Nun aber genug der Laberei, denn eigentlich wollte ich euch heute meine erste Culotte zeigen. Nachdem der Trend schon einige Saisons anhält, habe ich mir auch eine genäht :). Der Schnitt kommt aus der La Maison Victor - Ausgabe 1/2016, Hose Milly.



Ich fand den weiten legeren Schnitt ganz schön, aber vielleicht noch schöner fand ich den Jerseystoff mit schwarz-braunen Federprint, aus dem die in der Zeitschrift gezeigte Hose genäht war. Als man den Stoff im Frühjahr letzten Jahres im La Maison Victor Onlineshop zum halben Preis kaufen konnte, habe ich zugeschlagen.



Ein Schnittmuster aus La Maison Victor hat mich noch nie enttäuscht und auch dieses Mal bin äußerst zufrieden. Beim Nähen hatte ich jedoch meine Zweifel. Signifikant für diese Hose ist der tiefsitzende Schritt, der irgendwo Mitte Oberschenkel endet und ich befürchtete, dass das beim Tragen unangenehm seien könnte. Ich nähte die Hose während eines kleinen Nähtreffs im Schwarzwald, den Monika für ein paar Nähfreundinnen organisiert hat. Als ich dort ein wenig skeptisch die halbfertige Hose betrachtete sagte Constanze, die auch schon einiges aus LMV genäht hat, ich müsse dem Schnitt vertrauen. Wie recht sie hatte! Trotzt des tiefen Schritts trägt sich die Hose ganz wunderbar, die Falten fallen ganz schön und wenn man steht, sieht die Culotte tatsächlich wie ein A-förmiger Rock aus.


Wahrscheinlich um den Nähschwierigkeitsgrad niedrig zu halten, sieht der Schnitt keine Taschen vor. Da ich aber Hosen ohne Taschen nicht so gut finde, habe ich der Hose Seitennaht-Taschen spendiert. Sonst habe ich die Hose ohne jegliche Änderungen genäht. Obwohl die meisten LMV sehr populär sind, habe ich im Netzt nicht viele genähte Exemplare der Milly Hose gefunden. Keine Ahnung warum. Ich kann den Schnitt jedenfalls Culotte-Liebhaberinnen wärmstens empfehlen.

Mich freut es sehr, dass uns der MeMadeMittwoch weiterhin erhalten bleibt. Das MMM Team hat das Altbewährte beibehalten, aber gleichzeitig einige Neuerungen Einzug halten lassen, was uns zukünftig viel spannende Mittwoche verspricht. Liebe Teammitglieder, ich danke euch, dass ihr eure Zeit für die Aufrechterhaltung dieser Plattform hergibt. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich ein Teil dieser Community seien kann und gelegentlich zu dem Mittwochsaustausch etwas beisteuern kann.

Mittwoch, 15. März 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 2.1 - Gucci Style

Heute startet die 2. Runde des Sew Alongs "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" und auf diese Runde freue ich mich sehr.  Den Frühling kann man schon in der Luft riechen und auch wenn noch nicht jeder Tag schön ist, die Perspektive ist großartig. Vor uns steht - zumindest für mich - der schönste Jahresabschnitt. Die Zeit, wo man sich draußen aufhalten kann ohne gleichzeitig zu frieren.

Frisch wie der Frühling ist auch das, was ich diesmal nähen möchte. Den Kleidern dieser Runde wird Gucci Pate stehen, genauer gesagt die Kollektionen Cruise 2016 und Frühjahr/Sommer 2016.

Ob jemand gedacht hat, welche Gratwanderung die Marke mit dem neuen Kreativdirektor Alessandro Michele erfahren wird? Anfang 2015 ist er an die kreative Spitze des Gucci Unternehmens gekommen und kürzester Zeit war er und das Label in aller Munde. Seitdem, mit jeder neuen Kollektion, löst seine Vision der Mode Staunen und Begeisterung zugleich und das Beste ist, diese verrückte Sachen verkaufen sich so gut, dass sie nicht mal zu den üblichen Saleszeiten reduziert werden (müssen). Seine Entwürfe sind provokativ, amüsant und wunderschön. Dieser schön geschriebene und lesenswerte Artikel beschreibt meiner Meinung sehr treffend die Arbeiten von Alessandro Michele und da ich das nie besser ausdrücken könnte hier ein kurzer Zitat:
"Michele ist ein romantischer Dadaist. Das ist vielleicht der treffendste Ausdruck, wenn man seine eigenen Kollektionsphilosophien liest, die sicherlich auf den einen oder anderen Journalisten verstörend und unverständlich wirken. Aber das ist halt so, wenn ein Mensch mit Tiefgang, umfassender kultureller Bildung, Sammler und Romantiker in einer Branche, die uns meistens Oberflächliches und Einfaches für schlichte Gemüter vorsetzt, am Werk ist. ... Michele verbindet Bereiche wie Porzellan, Interieur, Modegeschichte, Theater und Oper mit dem Zusammenklang von Gedankenwelten der Philosophie. Der Italiener sieht Gucci gesamtheitlich. Obwohl er die Codes der Marke verwendet, kommen die meisten Einflüsse tief aus dem heraus, was ihn als Mensch ausmacht. Jedes Teil ist ein Fest, das eine Geschichte erzählt und Gedanken miteinander verbindet, die gar nichts mit Kleidung zu tun haben. Seine Ausdrucksformen sind Stoffe, Muster, Farben oder Stickereien …"

Verrückte Blumen, fantastische Fauna, umherschweifende Kletterpflanzen, Herbariumprints, asiatische Motive, mehrfarbige Webstreifen... In den zwei Kollektion, aus denen meine Inspirationskleider stammen, prasseln scheinbar wahllos unterschiedlichste Farben und Motive aufeinander um am Ende eine fast magische Welt zu erschaffen in die ich liebend gerne eintauchen würde. Alessandro Michele beschreibt die Frühjar-/Sommerkollektion 2016 auf folgende Weise:
„Die Idee war, etwas zu sehen, das nicht real erscheint. Wie etwas aus der Renaissance oder eine optische Täuschung: Du kannst sein, was du willst, auch wenn es nicht existiert.“

Ich hoffe, dass es mir diesmal gelingt mehr als ein Kleidungsstück zu nähen. Das steht zur Auswahl: (die Fotos der Gucci Kleider stammen direkt aus dem Gucci Online Store, da es sich aber um die Kleider der früheren Kollektionen handelt, sind sie dort nicht mehr verfügbar)

Spitze und dünne Baumwolle: Hüco

Viskose-Crêpe: Maybychufer

Viskose: Maybachufer

etwas dickere Baumwolle: Hüco

Seide (original Gucci): Hüco

Viskose-Crêpe: Hüco

Das ist mit Abstand das Verrückteste, was bis jetzt genäht oder geplant habe zu nähen und objektiv gesehen gar nicht zu meinem Alter und meinem Leben passend. Aber was soll's! Ich will es trotzdem in meinem Schrank haben, egal wie oft ich das anziehen können werde.

Monika, bei der man sich in dieser Runde verlinken kann, verfolgt einen ganz anderen Ansatz. Sie wird ein wunderschönes, einfarbiges Burberry Kleid nähen, und mein zweites, puristisches Ich, hat es sofort ins Herz geschlossen. Ich bin ganz gespannt auf die Teilnehmer und die Projekte in dieser Runde. Hier für euch nochmal alle Termine im Überblick:


Termine 2. Runde:
--------------------------
Mi. 15.03. Inspirationen
Fr. 31.03. Zwischenstandsbericht
So. 30.04. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on

Dienstag, 28. Februar 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 1.3 - Blazerkleid à la Dior, die Liebe auf den zweiten Blick

28. Februar. In meinem Kalender steht heute in großen Buchstaben geschrieben und dick unterstrichen der Eintrag: "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" Abschlusspräsentation.

Warum hat Februar keine 31 Tage, oder wir hätten zumindest ein Schaltjahr haben können. Ich hätte dringend noch ein paar Tage gebraucht. Die hatte ich nicht und so sind die letzten Abende wieder ziemlich lang gewesen. Zwei Projekte habe ich in Erwägung gezogen und mich letztendlich für das Dior inspiriertes Blazerkleid entschieden. Warum? Ich hatte alle Zutaten, mehr oder weniger hatte ich auch den Schnitt. Ich dachte es wird ein leichtes Projekt. Das war es nicht. Seien wir mal ehrlich, es ist nicht möglich aus einem x-beliebigen Stoff und einem Burda Schnitt ein Dior Kleid zu machen. Ich quälte mich unmotiviert durch den Nähprozess. Mit diesem Ergebnis:





Verwendet habe ich den Burda Einzelschnitt 6875, der für mein Vorhaben wirklich sehr gut geeignet war. Ich habe nur kleine Änderungen am Schnitt vorgenommen um den Look des Dior Kleides zu erhalten. Außer, dass ich die Schulterbreite um ca. 1,5 cm reduziert habe, was ich bei fast jedem Burdaschnitt mache, habe ich eigentlich nur ein wenig die Weite des Kleides geändert und die Schlitze gemacht. Dem aufmerksamen Betrachter ist es bestimmt schon aufgefallen, dass es eigentlich kein Blazerkleid ist, sondern eher ein Mantelkleid. Tatsächlich ist mein Kleid deutlich länger als das von Dior.

Dafür, dass ich mich nicht besonders auf das Kleid freute ist es ziemlich gut verarbeitet. Nach langem Hin und Her habe ich entschieden, dass ich das Kleid füttern werde. Die linke Seite des Oberstoffs war schwarz und die Nahtzugaben waren dadurch deutlich sichtbar, was mich dann doch gestört hat. Ich habe das Kleid mit einem dünnen elastischen Baumwollstoff gefüttert. Das Füttern war ziemlich zeitintensiv. Da beide Stofflagen - der Oberstoff und das Futter - unten mir Schrägband eingefasst sind, musste das Futter ganz genau die Maße des Oberstoffs haben. Auch das Einfassen war eine aufwendige Angelegenheit. Unter anderem aus dem Grund, dass ich lange keinen passenden Stoff finden konnte. Den ersten Stoff, den ich besorgt hatte, fand ich im Nachhinein nicht schön und bin dann noch zwei Mal bei Hüco gewesen und habe gefühlt hundert Stoffe in der Hand gehabt aber nichts hat mir wirklich gefallen. Als Kompromiss habe ich beim zweiten Mal ein einfarbiges, hellgraues Wildlederimitat gekauft. Die Geschichte zog sich noch weiter mit dem Resultat, dass das Kleid jetzt mit den ersten Stoff eingefasst ist.




Es stecken einige Arbeitsstunden in dem Kleid und die ganze Zeit konnte ich mich für das was ich nähte nicht so recht begeistern. Der Funke ist erst ganz zum Schluss übergesprungen. Mit jedem Zentimeter eingefassten Saums fing das Kleid mir mehr und mehr zu gefallen. Jetzt, wo es fertig ist finde ich plötzlich das Ergebnis stimmig und wirklich schön. Eine wahre Liebe auf den zweiten Blick.

Ich hoffe ihr hattet deutlich mehr Spaß beim Nähen als ich. Wir beide, Monika und ich, sind auf eure Sachen wirklich sehr gespannt. Zeigt her eure Designerstücke!



Ich hoffe, ihr habt an der Aktion Gefallen gefunden und wir sehen uns in der 2. Runde, die am 15.03. beginnt, wieder. Mitmachen können selbstverständlich nicht nur die, die in der ersten Runde dabei waren. Wir freuen uns auf eure zahlreiche Teilnahme. Die Möglichkeit der Verlinkung wird es diesmal bei Monika geben.

Hier nochmal alle Termine der 2. Runde im Überblick
Mi. 15.03. Inspirationen
Fr. 31.03. Zwischenstandsbericht
So. 30.04. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on

Hier findet ihr alle Informationen zu der Aktion

Freitag, 17. Februar 2017

Ran an die UFOs!: Bilanz & Preisverlosung

Als ich am Silvester mein letztes fertiggewordenes UFO gezeigt habe, habe ich geschrieben: "In ein paar Tagen, nachdem die letzte Linkliste geschlossen ist, werde ich noch einen kleinen Abschlusspost schreiben, in dem der Preis und der Gewinner bekanntgegeben werden." Mittlerweile haben wir Mitte Februar und der "Ran an die UFOs" Abschlusspost ist mehr als überfällig. Wahrscheinlich habt ihr schon gedacht, dass ich die Preisverlosung stillschweigend unter den Tisch fallen lasse. Nein, nein, ich habe es versprochen und werde mein versprechen auch halten. Es hat nur ein wenig gedauert, bis ich den Überblick hatte, wer, wann und wie oft an der Aktion teilgenommen hat. Aber jetzt hab ich es (hoffentlich richtig)! Und finde es sehr beeindruckend, wie viele schöne Kleidungsstücke im Rahmen der Aktion entstanden sind. Ist das nicht toll! Ich hoffe, ihr habt nichts dagegen, dass ich eure Fotos für die Erstellung der Übersicht genommen habe.



Bildquelle Foto links: Grüne Blume / Bildquelle Foto rechts: MaxLau


Bildquelle: lila und gelb


Bildquelle: Mema


Bildquelle: Floh Stiche


Bildquelle: wollixundstoffix


Bildquelle: Kümels Krümel


Bildquelle Foto links: dasbürofürschönedinge / Bildquelle Foto rechts: Nadelschmiede


Bildquelle: Kreuzberger Nähte

Kommen wir jetzt zu dem Preis. Es dürfte bekannt sein, dass ich die Nähzeitschrift La Maison Victor ganz toll finde - hübsch aufgemacht und immer mit raffinierten und tragbaren Schnitten. Darum möchte ich, nach dem Motto "schenke das, was du selbst gern empfangen würdest", der Gewinnerin ein Halbjahresabo von La Maison Victor schenken. An der Preisverlosung nehmen alle teil, die mindestens drei Mal bei der Aktion mitgemacht haben und das sind: Floh Stiche, Krümels Krümel, Lila und Gelb, Mema und Wollix und Stoffix. So, die Spannung steigt..






D i e  G e w i n n e r i n  i s t  " L i l a  u n d  G e l b ". Herzlichen Glückwunsch Birgit! Ich hoffe, der kleine Preis wird dir Freude bereiten. Bald wirst du von mir Post bekommen. Bedanken will ich mich nochmals bei allen, die mitgemacht haben. Ich hoffe, ihr hattet dabei so viel Spaß wie ich und freut euch über alle eure fertiggewordenen Sachen. Und vielleicht findet ihr Gefallen an der neuen Aktion "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank", die Monika und ich in diesem Jahr zusammen organisieren.