Montag, 15. Mai 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 3.1 - Wieder eine Inspiration aus dem Hause Dior

Ich hoffe ihr seid noch nicht "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" müde. Heute beginnt die dritte Runde und da wir uns mit Monika immer abwechseln, bin ich in dieser Runde wieder die Gastgeberin und fände es natürlich schön, euch wieder zahlreich begrüßen zu dürfen.

Nachdem ich in der letzten Runde ganz viel geplant habe und später dann die Pläne heftig nach unten korrigieren musste, will ich jetzt bescheidener sein und mich auf ein Projekt konzentrieren.

Übersicht
links meine Stoffwahl, rechts im Bild die Inspiration

Detail
links meine Stoffwahl, rechts im Bild die Inspiration

Schon vor drei Jahren träumte ich von diesem Kleid aus der damals aktuellen F/S Kollektion von Dior. An dem Kleid begeisterte mich besonders die Hinteransicht. Gleichzeitig aber, war das geknotete Rücenkteil die größte Herausforderung für mich und der Grund, warum ich mich an das Nähen des Kleides nicht gewagt habe.

Wahrscheinlich würde ich weiterhin von dem Kleid nur träumen, wenn ich nicht vor einiger Zeit ganz zufällig auf der russischen Burdaseite auf ein Kleid von AnutaZ gestoßen wäre, das dem Dior Kleid verblüffend ähnlich sah. Aus dem Text, den sie dazu geschrieben hat, konnte ich nur soviel herausbekommen, dass in irgendeiner Oktoberausgabe einer Zeitschrift, die "Atelier" heissen sollte, irgendetwas zu dem Dior Kleid stand.

Da ich von "Atelier" bis dahin noch nie gehört hatte, fing ich an zu recherchieren und konnte rausfinden, dass "Atelier" die russische Ausgabe der deutschen Fachzeitschrift "Rundschau" ist. "Rundschau" wird von der Verlagsgruppe Ebner Ulm herausgebracht und beschäftigt sich mit Schnitttechnik nach M. Müller & Sohn, Verarbeitung sowie Mode und Design in den Bereichen Damen- Herren- und Kinderoberbekleidung. Die russische Zeitschrift ist allerdings eine selbständige Publikation mit eigenen Themen. Wie umfangreich der Artikel zu dem Diorkleid in der Printausgabe war, kann ich nicht sagen, ich fand jedoch eine Onlineversion des Artikels, die ausführlich genug ist und in der die Konstruktion des Kleides genau erklärt wird. Damit ihr eine Vorstellung habt wovon ich überhaupt spreche, erlaube ich mir, drei Bilder aus dem Artikel hier zu zeigen.

Basisschnitt (Bildquelle: modanews.ru)

Schnittentwicklung - Schritt 1 (Bildquelle: modanews.ru)

Schnittentwicklung - Rückenteil (Bildquelle: modanews.ru)

Die Maße sind zwar nicht genau die meinen, aber ich hoffe, dass ich anhand der Informationen es schaffen werde, für mich passenden Schnitt zu konstruieren. Auf jeden Fall werde ich erstmal ein Probeteil aus Nesselstoff nähen. So weit zu mir...

...und welche Pläne für die 3. Runde habt ihr?






Termine 3. Runde:
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Mo. 15.05. Inspirationen
Mi. 31.05. Zwischenstandsbericht
Fr. 30.06. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on

Mittwoch, 10. Mai 2017

MMM, Blumen, Erdbeeren und ein neues Lieblingskleid


Auch wenn es sehr passend wäre, konnte ich an dem Mottotag letze Woche das Blumenkleid nicht zeigen, weil es vor einer Woche schlicht und einfach das Kleid noch nicht gab. Die Aktion "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank", die Monika und ich seit Anfang des Jahres betreuen, macht mir sehr viel Spaß, - und ich freue mich schon auf die nächste Runde, die am 15.05. startet - aber das Nähen ist meistens mit mehr Überlegung, Anpassung der Schnittmuster und im Allgemeinen mit mehr Aufwand verbunden. Nachdem die zweite Runde abgeschlossen war, verspürte ich plötzlich große Lust auf ein unkompliziertes Projekt und griff zu einem Schnittmuster aus La Maison Victor.

Ich mag LMV-Schnitte sehr und ich habe schon einige genäht. Im Blog habe ich bereits die Hose Milly, die Kleider Hanna, May und Ivy die Bluse Pam, und das Männerhemd Cliff vorgestellt und auf dem Instagram zeigte ich das Kleid Kyoto und drei Kinderschnitte: das Kleid Lucy und die Weste Indiana und die Babyhose Dalton.

Diesmal fiel meine Wahl auf das Kleid Lora aus der Ausgabe 5/2015. Das Schnittmuster stand schon lange auf meiner Nähliste aber Ninas graue und rote Version brachte Lora sofort auf die Listenspitze. Ein geeigneter Stoff fand sich glücklicherweise in meinem Stofflager und nach zwei Nähabenden war das Kleid fertig. Ich glaube, das war mein schnellstes Nähprojekt. Das ist zum einen dem Stoff zu verdanken, einem sehr dehnbarem Baumwolljacquard, der sich sehr gut nähte und keine große Passformanpassungen erforderte. Trotz der körpernahen Form des Kleides, ist der Stoff so stretchig, dass ich sogar auf den Reißverschluss verzichten konnte. Zum anderen profitierte ich enorm von den Erfahrungen anderer. Schon vor langer Zeit probierte Susanne diesen Schnitt aus und stellte fest, dass der Rock des Kleides sehr klein ausfällt. So schnitt ich das Kleid mit größeren seitlichen Nahtzugaben zu und konnte es dann leicht an der Seitenlinie anpassen. Obwohl die Schnittmusterbögen von LMV nicht zu den übersichtlichsten gehören, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich beim Abpausen keinen Fehler gemacht habe. Trotzdem waren die Rockteile, nachdem man sie in Falten gelegt hat, an den Seiten um ca. 1cm schmaler als die entsprechenden Oberteile. Hier ist also Vorsicht geboten. Ansonsten habe ich keine weiteren Kritikpunkte. Die Taschen sind vielleicht einen Ticken zu klein, darüber hat auch schon Katharina geklagt, dafür sind sie sehr interessant konstruiert und liegen sehr schön - keine Selbstverständlichkeit bei seitlichen Eingriffstaschen dieser Art.

Das schöne Wetter am Wochenende nutzte ich sofort um das Kleid zum ersten Mal auszuführen und was soll ich sagen, ich liebe es schon jetzt. Es ist bequem wie ein Pyjama und hat großes Potential, ein regelrechter Dauerrenner zu werden. Zusammen mit meinem Mann haben wir einen schönen Spaziergang zu Erdbeerfeldern unternommen und nachdem uns drei wildgepflügten Erdbeeren geschmacklich sehr überzeugt haben, sind wir nach Hause mit einem Kilo leckersten, süßen Erdbeeren zurückgekehrt. Das war ein sehr schöner Tag und ich bin meinem Mann sehr dankbar dafür, dass er immer gerne meine neusten Näherzeugnisse fotografiert.








Es ist schön heute wieder alle MeMadeMittwoch Teilnehmerinnen begrüßen zu können und dort mein neustes Kleid vorzustellen. Dort stellt auch die heutige Gastgeberin Nina ein neues Kleid eines kleinen französischen mir bis jetzt unbekannten Labels. Wer weiß, vielleicht mein nächstes Lieblingskleid...

Dienstag, 2. Mai 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 2.3 - Gucci zum Ersten...

Der April ist wieder wie im Fluge vergangen und die Zeit, die ich in den letzten vier Wochen an der Nähmaschine verbringen konnte war leider sehr knapp. Da funkt einem manchmal das reelle Leben dazwischen. Dementsprechend ist auch meine Gucci Ausbeute äußerst mager geworden. Von den vielen möglichen Sachen ist letztendlich nur ein Kleid fertig geworden.








Als Basis für das Kleid habe ich den Burda Style Einzelschnitt 6760 gewählt. Das Teerosenkleid von Trousse de Couture hat mir so gut gefallen, dass ich den Schnitt unbedingt ausprobieren wollte.


An den Grundlinien habe ich nichts geändert. Somit hat mein Kleid, anders als das Kleid von Gucci, keine Passe und die Abnäher vorne und hinten gehen bis zu dem Saum.


Ich finde, dass das Erscheinungsbild des Gucci Kleides im Wesentlichen durch die Details - die Knopfleiste, den Kragen, die Manschetten und den schwarzen Ripsbandgürtel - geprägt ist und diese habe ich versucht nachzunähen. Das Burda Style Schnittmuster habe ich wie folgt abgeändert:
(1) Statt einer durchgehenden Knopfleiste habe ich einen bis zur Taille reichenden Poloverschluss genäht.
(2) Ich habe einen Kragen mit Steg von einem anderen Schnittmuster genommen, die Form des Kragens abgeändert und dem Kragen eine 2cm breite Rüsche verpasst. Das Schnittmuster 6067 hat zwar drei Kragenvarianten: einen Revers-, einen Stehkragen und einen klassischen Kragen, dieser ist aber nur einteilig und eignete sich wegen der Rüsche nicht.
(3) Das Schnittmuster 6067 kommt auch mit drei unterschiedlichen Ärmelversionen, leider hat keiner der Ärmel eine Manschette. Ich habe die Version C - einen langen und schmalen Ärmel mit einem Längsabnäher - gekürzt, anstelle des Abnähers eine Falte gemacht, den klassischen Hemdärmelschlitz eingearbeitet und eine Manschette mit Rüsche genäht. An der Ärmelkugel und Ärmelweite musste ich dagegen nichts ändern.
(4) Das Schnittmuster selbst hat keinen Gürtelschnitt. Ein abgebildetes Beispielkleid trägt das Modell mit einem Ledergürtel. Das Guccikleid hat einen Ripsbandgürtel, der auf allen Fotos zu einer Schleife gebunden ist. Mein Ripsbandgürtel, den ich mal für eins meiner Weihnachtskleider genäht habe, hat einen Metallverschluss. Das gefällt mir für mich mehr, als eine Schleife.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Wenn man außer Acht lässt, dass der Stoff des Guccikleides bestimmt viel hochwertiger ist, bin ich der Meinung, dass mein genähtes Kleid dem Original sehr nahekommt. Ich hoffe, dass auch endlich das Wetter mitspielt und ich dieses Kleid ganz oft anziehen kann, während ich an weiteren Gucci Lookalikes arbeite. Denn eins steht fest: meine "Gucci Kollektion" werde ich nach und nach weiter ausbauen.

Ich möchte mich bei Monika sehr dafür bedanken, dass sie so engagiert die Runde gestaltet hat, wo ich hingegen viel mit Privatem beschäftigt war. An dieser Stelle möchte ich nochmals betonen, dass für uns alle - für die Organisatorinnen gleich wie für die Teilnehmerinnen - die Aktion eine entspannende Freizeitbeschäftigung seien sollte. Es gibt viele Lebensbereiche und Ereignisse, die eine höhere Priorität haben. Es ist nicht schlimm, wenn man am Ende einer Runde nicht, oder nicht mit allem fertig geworden ist. Die Aktion läuft weiter und man kann ruhig in der nächsten Runde am gleichen Projekt weiterarbeiten. Jetzt wollen wir aber den applaudieren, die diese Runde beispielhaft gemeistert und großartige Sachen genäht haben!


Am 15.05. treffen wir uns hoffentlich alle wieder um die nächsten Ideen und Laufstegsinspirationen in passende Kleidungsstücke umzuwandeln. Möglichkeit der Verlinkung wird es diesmal wieder bei mir geben.

Hier nochmal alle Termine der 3. Runde im Überblick
Mo. 15.05. Inspirationen
Mi. 31.05. Zwischenstandsbericht
Fr. 30.06. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on

Hier findet ihr alle Informationen zu der Aktion

Montag, 3. April 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 2.2 - Ich hinke den Plänen hinterher

Leider muss ich diesen Post wieder mit einer kleinen Jammereinlage beginnen. Ich bin mit dem Post spät dran und wider erwarten habe auch noch nicht viel zu zeigen und schon gar nicht etwas Genähtes. Als ich vor zwei Wochen überlegt habe, was ich in dieser Runde nähen möchte, war ich fest davon überzeugt, dass ich beim 2. Treffen schon das erste fertige Kleid zeigen kann. Weit gefehlt! Ich bin übers Aussuchen und Zusammenkleben der Schnittmuster nicht hinausgekommen.


Mir war schon klar, dass ich es nicht schaffen werde alles Geplante zu nähen, aber ich dachte, dass es mir gelingen wird drei Teile zu fertigen. Wie weit ich meine Pläne nach unten korrigieren muss, kann ich im Moment noch nicht sagen und da ich mir schon Gedanken zu den möglichen Schnittmustern gemacht habe, mache ich heute eine kleine Zusammenstellung. Da hab ich alles parat, wenn ich zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht noch etwas davon nähen möchte.

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Das erste und das zweite Gucci Kleid haben den gleichen Schnitt und unterscheiden sich nur durch die verwendeten Stoffe. Was mir bei dem Schnitt auffällt, sind die fehlenden Abnäher im Oberteil. Ich sehe hier keine Brustabnäher oder irgendwelche anderen Abnäher. Weder vorne noch hinten. Das bedeutet, dass das Taillieren des Kleides nur über die Seitennähte passiert. Das wird bei meiner Figur nicht funktionieren.


Schnittmöglichkeiten: Ich hatte in Erinnerung, dass es in einer Fashion Style vom letzten Jahr ein Kleid mit einem ähnlichen Schnitt gab. Leider nachdem ich das Heft gefunden habe, musste ich feststellen, dass dieses Schnittmuster nur für Trikot-Stoffe konstruiert ist und hat ebenfalls keine Abnäher. Für meine Zwecke ist es also nicht brauchbar.


In meiner Burdassammlung habe ich auch kein Schnittmuster gefunden, welches ich fast 1 zu 1 übernehmen könnte. Ich werde also nicht drumherum kommen mir aus mehreren Schnittmustern das Kleid zu basteln. Für das Oberteil habe ich in einer schon älteren Burda ein Hemd gefunden, dessen Schnitt dem Oberteil des Kleides sehr ähnelt.


Alternativ könnte ich auch ein Oberteil eines Kleides aus einer Fashion Style vom letzten Jahr nehmen.


Der Rock des Originalkleides ist ein Sonnenplissee. Der Stoff, den ich in der Kombination mit der Spitze für den Rock verwenden möchte ich ein Baumwollstoff und der Stoff aus dem ich eventuell das zweite Kleid nähen würde ist ein Viskosecrêpe. Weder Baumwolle noch Viskose lassen sich dauerhaft plissieren. Die Falten würden in diesen Stoffen nicht halten. Ich habe mir gedacht, dass vielleicht ein Rock, der aus mehren Bahnen besteht eine schöne Alternative zu einem plisssierten Rock sein könnte. In der Fashion Style 7/2015 habe ich einen geeigneten Rockschnitt gefunden.


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Wie genau das dritte Kleid geschnitten ist kann ich anhand der Bilder, die ich habe, gar nicht erkennen. Auf jeden Fall ist es ein nicht allzu weites Hemdblusenkleid. Es hat eine Knopfleiste, die ungefähr bis zu der Taille geht, eine klassische Hemdenpasse und Kragen und Manschetten mit Rüsche. Studiert man genauer den Musterverlauf des Originalkleids, scheint dass das Kleid keine Taillennaht hat. Schnittmöglichkeiten: Ich habe vor kurzem ganz zufällig auf einem Blog ein wunderschönes, genähtes Kleid entdeckt, das von der Silhouette dem Gucci Kleid sehr ähnelt, und habe mir sofort den Einzelschnitt, Burda Style 6760, als Downloadversion gekauft. Das Schnittmuster enthält drei Kragen- und drei Ärmelvarianten, sodass ich ohne größeren Anpassungsaufwand das Kleid nach dem Schnittmuster nähen könnte.


In einer Burda, die ich zu Hause liegen hatte, habe ich noch einen ähnlichen Schnitt gefunden. Das Kleid ist ein bisschen mehr ausgestellt, dafür hat es eine Passe, wie das Original.


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Das vierte Kleid steht nicht ganz oben in dem Ranking der fünf Kleider also habe ich nur ganz flüchtig nach einem Schnittmuster geschaut aber ich finde, dass dieser Burda Schnitt sich ganz gut eignen würde.


Das Schnittmuster habe ich in einer abgeänderter Form schon für mein Weihnachtskleid 2013 verwendet. Das Oberteil, das einen ungewöhnlichen Brustabnäher hat, der von der Schulter Richtung Brust geht und in den Falten versteckt ist, passte mir damals sehr gut.

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Das fünfte Kleid ist in vielerlei Hinsicht ganz besonderes. Zu einem wegen dem besonderem Stoffsprint. Im November 1653 beschrieb Madeleine de Scudéry die Karte eines imaginären Landes, Reiches der Liebe (La Carte de Tendre). Dass Alessandro Michele die Karte als Muster für seine Stoffe verwendet, gibt der Kollektion eine symbolische Bedeutung. Kleider als "ein Atlas der Emotionen", besondere, kostbare Lieblingsstücke, die einen begleiten sollen und die man Saison für Saison ergänzt. Die andere Besonderheit sind die aufwendigen Paillettenapplikationen mit den Trompe-l’œil-Effekten. Auf dem vergrößertem Bild der Manschette oben, sieht man den Effekt der vorgetäuschten Dreidimensionalität ganz gut.
Schnittmöglichkeiten: Für dieses Kleid hätte ich ein erprobtes Schnittmuster. Meine Faszination für Gucci besteht schon seit längerem. Bereits im letzten Jahr habe ich angefangen ein Gucci inspiriertes Kleid zu nähen. Ein Kleid aus grüner Spitze mit gestreiftem Strickbund in der Taille. Das Kleid ist im Januar kurz vor der Annäherung in Bielefeld fertiggeworden und obwohl ich es seitdem schon öfter getragen habe, hat sich bis heute noch keine Gelegenheit ergeben, Tragefotos zu machen. Das hole ich aber ganz bald nach. Versprochen! Das Kleid habe ich nach einem Schnittmuster aus einer ganz alten Burda genäht. Dieses Schnittmuster könnte ich auch diesmal verwenden.


Gucci hat offenbar ganz viele inspiriert. Auch die Redaktionen der Schnittmuster Zeitschriften. Sowohl Burda Style als auch Fashion Style (Knipmode) haben einige Gucci-Lookalike-Schnittmuster herausgebracht. Unter anderem das Schnittmuster des Kleides unten, das eine Alternative zu dem Burdaschnitt wäre.



Sollte ich das Kleid irgendwann mal nähen, würde ich gerne den Taillenbund und die Pseudorüschen am Ausschnitt und an den Manschetten aus Paillettenstoff nähen. Nur wo soll einen schönen Pailletenstoff in gleicher Qualität und drei unterschiedlichen und zu meinem vorhandenen Stoff passenden Farben bekommen?

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Die Bluse möchte ich nach einem alten Schnitt aus den 70ern nähen. Ich finde, dass Alessandro Michele in die Kollektionen, die mir so gut gefallen, ganz viele seventies Elemente einfliessen lassen hat. Ich habe in meiner einzigen Burda, die ich aus diesem Jahrzehnt stammt zwar keine Bluse, aber zufälligerweise ein Kleid gefunden, dessen Schnitt der Gucci Bluse nahekommt.



Das sind es also detailliert meine großen Nähpläne des zweiten Vom Laufsteg in den Kleiderschrank Turnus. Zum Finaltermin am 30.04. hätte ich gerne das 1. und das 3. Kleid und die Bluse fertig :). Was sich tatsächlich realisieren lässt, wird sich im Laufe dieses Monats zeigen.

Ich freue mich sehr, dass ihr euch in der 2. Runde so zahlreich eingefunden habt und bin sehr beeindruckt was für schöne Sachen ihr und Monika, die in dieser Runde die Beiträge sammelt, realisiert.


Termine 2. Runde:
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Mi. 15.03. Inspirationen
Fr. 31.03. Zwischenstandsbericht
So. 30.04. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on

Mittwoch, 29. März 2017

MMM - Ich habe auch ein Tuuli genäht!

Immer wieder gibt es Schnitte, die eine große Welle machen. In letzter Zeit ist das eindeutig das
Tuuli V-neck Jersey Dress aus der Evolution Theory Kollektion von Named, das von vielen Bloggerinnen genäht und positiv bewertet wurde.

Schon als ich zum ersten Mal die Schnittmuster der Evolution Theory Kollektion - die ich insgesamt für sehr gelungen halte - gesehen habe, ist mir der Schnitt dieses Kleides positiv aufgefallen. Ich bin kein großer Fan von Jerseykleidern, vor allem dann nicht, wenn sie hauteng geschnitten sind. Bei diesem Kleid hat mir die Kombination aus dem eng anliegendem Oberteil und dem weiten Faltenrock sehr gut gefallen. Im Dezember gab es auf Instagram einen Weihnachtskalender von @namedclothing und fast jeden Tag ein oder sogar mehrere Schnittmuster zum günstigeren Preis. Da habe ich richtig zugeschlagen und einiges, unter anderem auch das Tuuli Kleid, erstanden. Mittlerweile besitze ich ganz viele Schnittmuster von Named, genäht habe ich jedoch noch nicht viel davon. Vielleicht würde auch dieses Kleid noch länger auf die Realisierung warten müssen, wenn nicht gerade in den Nähblogs Tuulis wie Pilze nach dem Regen schießen würden. Das eine schöner als das andere. Und da ich einen, wie mir schien, passenden Stoff schon zu Hause liegen hatte, habe ich mir jetzt auch ein Tuuli Kleid genäht.







Den Stoff habe ich schon vor zwei Jahren als Reststück bei Alfatex gekauft. Wie schon erwähnt, ist Jersey nicht mein Lieblingsmaterial, aber in diesem Fall fand ich das Muster und die Farben so schön, dass ich mich verführen lies. Die Qualität des Stoffs finde ich nur mittelmässig, recht dünn und in der Quer- und Längsrichtung stark dehnbar. Vielleicht aber urteile ich falsch, da diese Merkmale eben typisch für Viskosejerseys sind. Nichts­des­to­trotz habe ich damit immer Probleme. Wenn ich Kleidung aus Webstoff nähe, habe ich mittlerweile meine Routine. Ich habe eine Vorstellung, wie weit oder eng anliegend ich das Kleidungsstück haben möchte, ich messe das Schnittmuster an den relevanten Stellen und entscheide mich dementsprechend für eine bestimmet Größe. Bei Jerseys sieht das ganz anders aus. Die Dehnbarkeit, die vom Stoff zu Stoff stark variieren kann, lässt mich bei der Wahl der Größe immer verzweifeln. Und auf die Maßtabelle ist leider nicht immer Verlass, diese Erfahrung hat bestimmt schon jede, die näht gemacht.

Als ich bei dem Tuuli Schnittmuster vor der Wahl der passenden Größe stand, ging es mir nicht anders als sonst. Vergleicht man die Masse in der Größentabelle mit den Massen des fertigen Kleides - unten habe ich eine Zusammenstellung gemacht - sieht man, dass z. B. bei der Gr. 40 die Taille 5,5 cm negativ ease aufweist und die Brust sogar 11,5 cm ( Wie lautet eigentlich die deutsche Bezeichnung für "negativ ease"? Negative Bequemlichkeitszugabe? Oder gibt es dafür einen anderen Begriff? ). Das fand ich recht viel und wählte eine Größe größer, was sich dann als absolut richtig herausgestellt hat. In der Brust hätte ich sogar gerne noch ein bisschen mehr Weite gehabt. Das Palmenmuster ist an dieser Stelle so sehr auseinandergezogen, dass es dort ein wenig heller ist als an anderen Stellen.


Da der Jersey dünn und stretchig ist, habe ich das Kleid mit dehnbarem Futterstoff aus Viskose/Polyester Mischung gefüttert. Ich mag dieses Futter, weil es sehr leicht ist und nur in der Querrichtung dehnbar. Das Kleid wird dadurch nicht wesentlich schwerer und das Futter im Oberteil verhindert, dass der schwerer Faltenrock die Taille nach unten zieht. Im Oberteil habe ich das Futter an die Belege angenäht. Für den Futterrock habe ich den Rock vom Vogue 1351 genommen. Damit das Kleid in der Taille besser sitzt habe ich, wie in der Anleitung empfohlen, einen 5mm schmalen Gummi an die Taillennahtzugabe genäht. Das Oberteil habe ich ein bisschen verlängert, wobei sich später bei der Anprobe herausgestellt hat, dass nur das Vorderteil verlängert werden musste, die Länge des Rückenteils stimmte bei mir.



Ist die richtige Größe gefunden, geht das Nähen schnell vonstatten. Trotzdem werde ich wahrscheinlich in absehbarer Zeit kein weiteres Tuuli nähen. Es gibt einfach viel zu viele andere Schnittmuster, die ich gerne ausprobieren möchte.

Eine großartige Schnittmustersammlung und Inspirationsquelle bietet jedes Mal der wöchentliche MeMadeMittwoch-Treff. Die Gastbloggerin Ina zeigt heute einen schönen Midi Rock und den Schnitt könnte ich eigentlich sofort auf meine Nähliste setzen. Ist klar, dass dann keine Zeit für Schnittmusterwiederholungen bleibt, oder?