Mittwoch, 22. November 2017

MMM - Nähbloggertreffen, immer wieder schön





Die Fotos sind alt, sehr alt. Das Kleid habe ich schon vor zwei Jahren genäht und beim Bloggertreffen in Köln ebenso vor zwei Jahren zum ersten Mal getragen. Fast im Anschluss an das Treffen sind die Fotos entstanden, der Post ist aus irgendeinem Grund ausgeblieben.

Letztes Wochenende trafen sich zum wiederholten Male die Nähbloggerinnen in Köln. Diese Treffen haben schon eine kleine Tradition, wie mittlerweile einige Ereignisse in der Nähbloggerwelt, die regelmässig online wie auch präsent stattfinden.

Wenn ich mich richtig erinnere wurde das erste Treffen von ConstanzeSuschna und Catherine organisiert und fand im Jahr 2010 in Berlin im noch überschaubaren Kreis statt. Auch im nächsten Jahr gab es ein Treffen in Berlin und es fanden schon deutlich mehr Teilnehmerinnen zusammen. Ich war im November 2012 zum ersten Mal dabei und habe noch alles ganz gut in Erinnerung. Mein Blog war damals ganz jung und ich kannte persönlich keinen.

Nach den drei Treffen in Folge in Berlin fühlte sich das Berliner Organisationsteam ein wenig ausgepowert und es schien zuerst, dass es kein weiteres geben wird. Bis dann Anfang 2014 das Bielefelder Nähquartett die Organisation des nächsten Treffens übernahm. Das war eine großartige Idee! Im April gab es also nach einer eineinhalbjährigen Pause wieder ein spannendes und ereignisvolles Nähbloggerinnen Wochenende. Im 2015 wurden sogar zwei Treffen organisiert im Mai das Treffen in Leipzig und im November in Köln. Kurz nach dem Kölner Treffen hat Karin einen Rückblick-Post geschrieben, wo auch andere Posts verlinkt werden konnten. Solche Möglichkeit finde ich immer sehr schön. Nach einiger Zeit es ist wirklich nicht einfach herauszufinden, was über ein bestimmtes Thema geschrieben worden ist.

Auch das diesjährige Nähbloggerinnen Treffen war ein voller Erfolg. Tolle Location, perfekte Organisation, sehr, sehr nette Teilnehmerinnen (viele alte Bekannte aber auch neue Gesichter) und ein wundervolles Programm mit jeder Menge Highlights, die das Herz jeder Nähinteressierten höher schlagen lies. Ich möchte mich dafür bei den Organisatorinnen Antje, Bele, Brigitte, und Susi herzlich bedanken und auch Constanze, Elke und Sebastian ein Dankeschön für die tollen Workshops sagen. Das war wieder ein unvergessliches Wochenende und ich war unglaublich froh, wieder dabei sein zu können.





Nun aber zurück zu dem Kleid. Das Treffen am Wochenende hat mich an die Fotos und den halbfertigen Post erinnert. Da ich das Kleid sehr mag und seit zwei Jahren in der Herbst- und Winterzeit oft und gerne trage, fand ich, dass das Kleid es wirklich nicht verdient hat, unverbloggt zu bleiben.

Ich bin nicht der große Jerseyliebhaber. Vor allen aus dem Grund nicht, weil man bei Jersey ganz oft die sprichwörtliche "Katze im Sack" kauft. Man weißt ja nie, wie sich der Stoff nachher beim Tragen verhalten wird. Aber dieser Stoff hat mich so sehr verzaubert, dass ich nicht anders konnte, als einfach darüber hinwegzusehen. Den Stoff hat die wunderbare Wiebke auf dem Maybachufermarkt entdeckt und nach einem kurzem WhatsApp Chat für mich und viele anderen aus unserer WhatsApp Gruppe besorgt. Mit dem Schnitt - Burda 01/2014#135 - liebäugelte ich schon eine Weile. Es ist ein Plus-Größen Schnitt und die mit dem Gradieren verbundene Arbeit schreckte mich ein wenig ab, sonst hätte ich ihn schon viel früher ausprobiert. Der Aufwand, wie sich beim Nähen herausstellte, hielt sich in Grenzen. Es fügte sich alles gut zusammen und das Kleid passte eigentlich auf Anhieb. Nur die Ärmel haben mir ein bisschen Probleme gemacht. Der Ärmel hat meiner Meinung nach für einen Jerseyschnitt zu viel Einhaltsweite und da es eigentlich ein überschnittener Ärmel ist, zu hohe Ärmelkugel.


Ich habe das Kleid mit einem Rest Viskose-Stretchfutter aus dem Bestand gefüttert. Die weiße Rückseite der Jerseystoffe mag ich überhaupt nicht. Diesmal, da das Vorderteil des Kleides etwas kürzer ist, stellte sie aber ein richtiges Problem dar. Ich musste mir eine Lösung überlegen. Ich hatte Angst, dass wenn ich den ganzen Rock verstürze, wird er aufgrund der unterschiedlichen Dehnbarkeit des Oberstoffs und des Futters möglicherweise nicht schön fallen. Ich habe das Problem folgendermaßen gelöst. Bei dem überwiegenden Teil des Rocks habe ich den Jersey und das Futter zusammen wie eine Stofflage verarbeitet - das verhindert meist zuversichtlich, dass der Jerseyrock immer länger wird. Nur der untere Teil des Rocks wurde mit einem Rest schwarzen Satinfutter verstürzt. Das Taillenband ist, so wie in der Anleitung vorgesehen, mit gleichem Jersey gedoppelt.

Mit der Verarbeitung des Kleides bin ich sehr zufrieden und mag das Tragegefühl wirklich sehr. Das Kleid ist bequem wie ein Jerseykleid, fühlt sich aber nicht, wie ein typisches Jerseykleid an. Für mich perfekt. Und ich liebe die grellen Farben auf dem dunklen Hintergrund. Erstaunlicherweise, sieht das Muster im Herbst wie ein Tarnmuster aus. Findet ihr das nicht auch?


Ich freue mich heute wieder beim MeMadeMittwoch dabei sein zu können. Das Kleid, das Dodo heute anhat ist ein wahres Meisterstück. Den Stoff habe ich auch. Er ist wunderschön, aber wegen des großen ungewöhnlichen Musters auch sehr schwierig in der Verarbeitung. Dodo hat den idealen Schnitt gefunden und die Platzierung des Musters perfekt gelöst.

Freitag, 17. November 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 6.1 - Über Dries van Noten halluzinieren

Wer hätte gedacht, dass ein grippaler Infekt, oder wie sonst dieses fiese Etwas wohl heißen mag, mich so außer Gefecht setzten kann. Seit Tagen schon liege ich im Bett und Laufsteg-Mode, Nähen oder Stricken interessieren mich gerade so viel wie das Wetter in Australien. Die Aktion "Von Laufsteg in den Kleiderschrank" läuft schon seit Anfang des Jahres und ich war manchmal mit dem Nähen erst auf den letzten Drücker fertig geworden, oder schrieb den Post ganz spät an dem Abend davor, das war alles okay. Aber diesmal habe ich mir zum ersten Mal gewünscht, den Post nicht schreiben zu müssen... Da mir aber seit gestern wieder ein bisschen besser geht, habe mich heute hingesetzt und das einfach hinter mich gebracht ;)

Für den Abschluss der Aktion habe ich mir Dries van Noten als Inspiration ausgesucht. Er ist einer meiner Lieblingsdesigner. Im Sommer dieses Jahres lief im Kino ein Dokumentarfilm "Dries" und Anfang Oktober wurde im Rahmen des Fashion Weekends auf Arte eine ein wenig gekürzte Version  des Films ausgestrahlt. Mir hat der Film sehr gut gefallen und ich finde ihn sehr sehenswert. Er bietet einen interessanten Einblick in die Arbeits- und Lebensweise des Modemachers.

Mit Dries van Noten inspirierten Sachen habe ich schon vor zwei Jahren beim Weihnachtskleid Sew Along 2015 ein wenig geliebäugelt. Jetzt möchte ich einen zweiten Anlauf starten und zwar mit der gleichen Kollektion, der Winterkollektion 2015.


Ich muss gestehen, dass mir auch die nachfolgenden Winterkollektionen ausgesprochen gut gefallen haben, aber das Besondere an der Kollektion von 2015 ist, dass hier ganz alltägliche Sachen, wie Cargohosen, Chinos, Sweat- und Baumwolloberteile oder Hemdblusenkleider aus Baumwolle mit edlen Stoffen, wie Brokat oder Samt oder ausgefallenem Blumenschmuck "aufgepeppt" wurden. "Couture und das Lässige" und "geerdete Glamour" waren die Schlagworte dieser Kollektion.



Stoffe hätte ich für folgende Sachen:

✂ Cupro-Stoff für ein Kleid. Der Stoff ist ein bisschen anders als der Originalstoff (ist ja sowieso klar), hat dennoch einen sehr schönen, schweren Fall und eine tolle Haptik und das Muster passt, finde ich, sehr gut zum Charakter der Kollektion.



✂ Baumwoll-Stretchgabardine für ein Hemdblusenkleid



✂ Baumwollgabardine für eine Hose



✂ Sweatshirtstoff für ein Oberteil



✂ beschichtete Viskose für eine Bluse



Wie ihr sieht, mit der Art der Kleidung plane ich diesmal ganz auf dem Boden zu bleiben. Es sieht nämlich nicht danach aus, dass ich in absehbarer Zeit Anlässe für Brokatt-Schößchen oder Rock-Capes - wie die Überröcke der Kollektion genannt wurden - haben werde und wenn doch, ist so ein Teil bestimmt recht schnell genäht. Stoff dafür hätte ich auf jeden Fall auch schon da ;)

Ganz klar werde ich nicht alle diese Teile nähen können, obwohl ich sie wirklich gerne alle in meinem Kleiderschrank hätte. Besonders solche Hose würde mir sehr gefallen, mir fehlt aber ein guter Schnitt. Alles was ich bis jetzt an Hosenschnitten ausprobiert habe war ziemlich enttäuschend.

So sieht also mein Plan für die letzte Runde aus. Entschuldigt bitte den verspäteten Einstieg. Ich bin sehr gespannt wofür sich diesmal Monika entscheidet. Ich hätte am liebsten den Mantel gesehen - der Stoff ist wirklich ein Traum - das wäre aber bestimmt ein zeitraubendes Projekt. Noch sind es nicht viele, die in der Abschiedsrunde mitmachen möchten. Schade. Gerade jetzt bietet sich doch an, etwas besonderes zu Weihnachten und/oder Silvester zu nähen. Ich werde das Kleid, das ich beim Weihnachtskleid Sew Along zu nähen plane auch noch bei "Von Laufsteg in den Kleiderschrank" verlinken.


Es ist so weit. Am 15.11. hat die finale Runde "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" angefangen. Vielleicht habt ihr Lust noch einzusteigen? Die Links in dieser Runde werden bei Monika gesammelt.

Hier alle Termine der 6. Runde im Überbick
Mi. 15.11. Inspirationen
Do. 30.11. Zwischenstandsbericht
So 31.12. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on

Hier findet ihr alle Informationen zu der Aktion

Dienstag, 31. Oktober 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 5.3 - Prada macht glücklich

Diesmal bin ich ausnahmsweise nicht erst auf den letzten Drücker fertiggeworden. Der Prada inspirierte Mantel ist schon seit einiger Zeit fertig. So entspannend. Nicht erst ein Tag vor dem Finaltermin die letzten Nähte machen, sich dann noch schnell um die Fotos kümmern und am Abend bis spät in die Nacht den Post schreiben. Und dazu macht mich diesmal das Ergebnis auch richtig glücklich. Ich finde nämlich, dass der Mantel ziemlich gut gelungen ist.




Wie schon im Sommer mit dem Kleid nach Dior hatte ich auch diesmal sehr viel Glück mit der Wahl des Schnittmusters. Es ist oft so, dass die Oversize Modelle von Burda wirklich riesengroß und unförmig sind. Den Schnitt #134 aus Burda Style 3/2013 fand ich nicht übertrieben voluminös und von den Designlinien als Ausgang für diesen Mantel einfach perfekt.



Die waagerechte Schnittlinie auf der Höhe der Hüfte, passte von der Höhe ideal und bedurfte keiner Anpassung. Geändert habe ich folgendes: (1) Dem Vorderteil habe ich, ausgehend vom Ende des Abnähers, noch eine senkrechte Schnittlinie hinzugefügt. (2) Den Kragen habe ich vom Schnitt #121 aus Burda Style 11/2016 übernommen. (3) Die Form der Patten habe ich verändert. (4) Die Ärmel des Burda Modells waren ziemlich schmal und ich musste sie um einige Zentimeter weiter machen. Wie ich die Ärmel verändert habe, habe ich schon an dieser Stele kurz dokumentiert. Die zwei­tei­ligen Ärmel haben noch eine zusätzliche Naht an der Verlängerung der Schulterlinie erhalten. Dadurch hat sich nicht nur der Ärmelumfang verändert sondern es ist zusätzlich eine Art Dreidimensionalität entstanden.

Wie ursprünglich geplant, habe ich den Mantel mit Funktionsstoff gefüttert. Das hat sehr gut funktioniert. Alle Nahtzugaben in dem Futter habe ich füsschenbreit abgesteppt. Die Ärmel wurden noch zusätzlich mit Viskose-Futter gefüttert, das ich zusammen mit dem Funktionsstoff vernäht habe. Ein kleines Extra ist die Taschenlösung, die leider auf keinem Foto dokumentiert wurde. Ich wollte gerne in dem Mantel klassische Taschen haben. Solche, in die man die Hände reintun kann. Gleichzeitig aber wollte ich nicht, dass die Taschenklappen vorne nur ein Fake sind. Also habe ich solche Taschen genäht, in die man sowohl von oben als auch von der Seite greifen kann. Das technisch zu realisieren war ganz schön knifflig. Blöderweise habe ich das nicht mal für mich selbst irgendwie dokumentiert.





Unten gibt es noch einmal Fotos von dem original Prada Mantel, hier in der Version mit einem Pelzkragen. Ich habe die Fotos erst kürzlich über die Google Bildersuche gefunden. Leider lässt sich die Quelle dieser Fotos nicht eindeutig festlegen. Ich konnte nur soviel rausfinden, dass sie von einem Online Second Hand Portal stammen, wo der Mantel anscheinend vor einiger Zeit zum Verkauf angeboten wurde. Abgesehen von Material finde ich, dass mein genähter Mantel und das Original wirklich ähnlich aussehen.


Jetzt bin ich aber sehr auf die anderen Projekte gespannt. Zeigt bitte welche Laufsteg-Inspirationen jetzt in euren Kleiderschränken hängen!




Langsam neigt sich das Jahr dem Ende zu und mit ihm auch unsere Aktion. Am 15.11. startet die letzte "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" Runde. Habt ihr nicht Lust mitzumachen? Monika und ich würden uns sehr darüber freuen. Die Verlinkungsmöglichkeit in der letzten Runde wird's wieder bei Monika geben.

Hier alle Termine der 6. Runde im Überbick
Mi. 15.11. Inspirationen
Do. 30.11. Zwischenstandsbericht
So 31.12. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on

Hier findet ihr alle Informationen zu der Aktion

Freitag, 27. Oktober 2017

Herbstjacken Knit Along 2017 - 2. Die Entscheidung

Endlich habe ich mich entschieden und weiß jetzt, was ich stricken möchte. Die Entscheidung ist mir aus unterschiedlichen Gründen nicht leicht gefallen. Beim ersten HJKA Termin habe ich einen Cardigan von Bottega Veneta gezeigt, den ich sehr schön fand, und ich träumte davon, einen ähnlichen zu stricken. Nur leider hatte ich keine Vorstellung aus welcher Wolle und auch wenig Ideen bezüglich der passenden Vorlage. Von den drei Exemplaren, die ich auf Ravelry gefunden habe, gab's keinen eindeutigen Favoriten.

Bildquellen: Raverly - links: © Kim Hargreaves / mitte: © Mary Annarella / rechts: © Katrin Schneider

Das Muster und die Linie der Raglanärmel des Cardigans in der Mitte von Mary Annarella hat mir am meisten gefallen, dagegen mochte ich überhaupt nicht, dass die Jacke vorne nicht schließt. Von dem Cardigan von Katrin Schneider reizte mich der Schalkragen. Für das Modell von Kim Hargreaves, das mir insgesamt ziemlich gut gefällt, wusste ich keine passende Wolle (die Originalwolle ist wunderschön aber sehr kostspielig und soviel Geld wolle ich in ein Einstiegsprojekt auf keinen Fall investieren). Ich stöberte also weiterhin auf Ravelry und in diversen Online-Wollshops, ohne dass ich nur einen Schritt weiterkam. Irgendwann schickte mir Monika noch einen Link zu einem weiterem schönen Modell, dem Kokon Cardigan von Regina Moessmer. So hatte ich vier ähnliche Modelle zur Auswahl und konnte mich überhaupt nicht entscheiden.

Die Lösung kam erst als ich mich durch die anderen Entwürfe von Regina Moessmer durchgeklickt habe. Ich sah den Marmor Cardigan und wusste sofort, den will ich haben. Ich war so froh, mich endlich entschieden zu haben. Das Stricken eines Cardigans à la Bottega Veneta wurde auf später verschoben, vielleicht tatsächlich ein Projekt für das Frühjahrsjacke Knit Along. Hier möchte ich mich noch bei euch für die Wolltips bedanken. Cotton Merino von Drops wird meine Wahl sein, sollte ich den Cardigan tatsächlich mal sticken wollen.

Marmor Cardigan by Regina Moessmer; Bildquelle: woolfolkyarn
Das Wunschprojekt war also endlich gefunden. Offen blieb danach nur die Frage der passenden Wolle. Der Cardigan ist entstanden in Zusammenarbeit mit woolfolk und designt speziell für die Wolle von woolfolk mit dem schönen Namen Luft. Luft ist ein sehr leichtes Garn, in dem die Merino Wolle mit einem Cotton-Netz umschlossen ist. Ein tolles Garn, das jedoch mit 18,99€ / 50gr. auch nicht besonders günstig ist. Da ich schon oft gehört habe, dass die Wolle von Drops ein sehr gutes Preis-Leistung-Verhältnis hat, habe ich mich im Drops Sortiment nach Alternativen umgeschaut und wurde auch schnell fündig. Wie der Name schon suggeriert hat die Air von Drops einen ganz ähnlichen Aufbau. Auch bei Air werden die Fasern, in dem Fall des Baby Alpacas und der Merinowolle,  nicht gesponnen, sondern in einen Schlauch geblasen. Ich war sehr froh darüber, dass ich das Garn in der Farbe perlgrau vor Ort in Berlin bei Liljedal Verkhus noch bekommen habe, online war es nämlich gerade überall ausverkauft und vorübergehend nicht lieferbar. Bei Liljedal habe ich mich nicht nur mit Wolle versorgt, sondern auch mit schönen Stricknadeln in einigen Größen. 


Noch bin ich nicht über eine Maschenprobe hinausgekommen, aber nachdem der Post endlich geschrieben ist, werde ich mich durch die Anleitung durchkämpfen und versuchen sie zu verstehen. Ich freue mich wirklich, dass ich bei Monikas Herbstjacken Knit Along mitmache, obwohl ich scheinbar die einzige Neu(wieder)einsteigerin bin. Alle anderen Teilnehmerinnen wussten ziemlich schnell, was sie stricken wollen und sind mittlerweile auch teilweise schon weit gekommen.

Ich dagegen bin die Meisterin der Planung ohne Ansprüche das Geplante zeitnah realisieren zu müssen. Das ist so, wenn ich nähe und genauso wird es wahrscheinlich beim Stricken sein.


Aus der Bibliothek habe ich mir das Buch "Still" von Kim Hargreaves ausgeliehen. In dem Buch befindet sich die Anleitung für den Comfort Cardigan aber das Buch enthält auch viele andere geradlinige und stillvolle Projekte.




Ich habe mir auch noch die Strickzeitschrift "Handknitting" gekauft, in der wiederum viele ausgefallene Strickprojekte gibt's, die mir auch sehr gut gefallen.




Theoretisch bin ich also für die nächste Zeit mit Ideen versorgt :)

Sonntag, 8. Oktober 2017

Herbstjacken Knit Along 2017 - 1. Kann ich überhaupt noch stricken?

Herbstjacken Knit Along. Ich? Ja, ich bin selbst überrascht. Es ist mindestens 20 Jahre her, dass ich zum letzten Mal Stricknadeln in den Händen hielt. Der Wunsch wieder einzusteigen keimt aber in mir schon länger. In den Blogs bewundert man ständig in den tollsten Wollqualitäten gestrickte Jacken oder traumhafte Tücher von Stephen West und in den Geschäften findet man nur Acryl oder pillendes Zeug. Äußerst frustrierend.

Dass ich mir einen Account bei Ravelry angelegt habe, nur ein paar Tage bevor Monika das Knitalong bekanntlich gemacht hat, sehe ich jetzt als Zeichen :) und möchte daran teilnehmen. Aber eins muss ich unbedingt vorwegnehmen: am 26.11. werde ich bestimmt nicht fertig. Vielmehr erhoffe ich mir bei dem Knitalong allerlei Tipps von erfahrenen Strickerinnen zu bekommen, die mir den Wiedereinstig erleichtern bzw. überhaupt ermöglichen.

Und was möchte ich stricken...?

In der 4. Runde der Aktion "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" erwähnte Monika die letzte Bottega Veneta Sommerkollektion. Zum 50. Jubiläum des Hauses hat sich Creative Director Tomas Maier eine besonders schöne Kollektion überlegt. Shades Of White, Vibrant Leather, Butterfly Effekt, Dark Metalic, Coctail Hour, Evening Elegance waren die Themen dieser Kollektion. Das Moodboard dazu wird wahrscheinlich nicht mehr lange online einsehbar sein, auf der deutschen Bottega Veneta Seite ist es schon nicht mehr auffindbar. Am schönsten fand ich den Teil der Kollektion in dem unterschiedliche Weißtöne miteinander kombiniert wurden.

Bildquelle: Bottega Veneta

Dort hab ich mich auch in dem langen Strickcardigan verguckt.

Bildquelle: Bottega Veneta

Bildquelle: Bottega Veneta

Die erste Recherche auf Ravelry hat folgende Möglichkeiten gespuckt:
-Comfort by Kim Hargreaves
-You Wear It Well by Mary Annarella
-Stage diving by Katrin Schneider

So weit, so gut! Jetzt beginnt der viel schwierigere Teil. Das fängt schon mit der Garnwahl an. Sport, DK, Worsted, Aran, ply, wpi,  Gauge... die Sprache muss ich erst lernen. Der Bottega Veneta Cardigan ist aus Baumwolle gemacht und ganz bestimmt maschinell gestrickt. Die Baumwollsachen, die ich bis jetzt in den Händen hielt, waren immer nicht besonders geschmeidig und auch ziemlich schwer. Vielleicht gibt's da aber auch Qualitätsunterschiede. Es soll auf jeden Fall kein superwarmes und dickes Winterteil sein. Ich merke gerade, dass mein Cardigan eigentlich ein Fall für ein Frühjahrsjacken Knit Along ist :). Aber was soll's. Vielleicht nehme ich die Originalwolle oder etwas ähnliches und stricke den Cardigan von Kim Hargreaves in dunklem Anthrazit und nähe mir dazu einen Jeansrock, wie der aus dem Dark Metalic Bereich der Bottega Veneta Kollektion.

Schön Monika, dass du das virtuelle Strickkränzchen organisierst. Ich hoffe sehr, dass ich auf diese Weise den (Wieder)Einstieg jetzt schaffe. 

Samstag, 30. September 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 5.2 - In Arbeit der Prada inspirierte Mantel

Guten Morgen, ich begrüße euch herzlich zu einem weiteren "Von Laufsteg in den Kleiderschrank" Termin. Heute geht es wieder um den Zwischenstand und Monika und ich sind natürlich sehr gespannt, was ihr euch in den letzten zwei Wochen überlegt habt.

Meine Wunschprojekte standen schon letztes Mal fest, ich musste mich nur entscheiden, ob ich lieber mit dem Blazer à la Miu Miu aus der 4. Runde oder mit dem Prada inspiriertem Mantel beginne. Wobei beginnen ist hier wahrscheinlich der falsche Ausdruck. Ein Blazer und ein Mantel sind beide aufwendige Projekte und ich weiss nicht, ob der Oktober soviel Nähzeit hergeben wird um beide zu realisieren. Vermutlich nicht. Meine Wahl ist auf den Mantel gefallen, da er im Moment doch besser in die Jahreszeit passt.

Als erstes habe ich mich auf die Schnittmustersuche begeben. Schon seit Jahren tauchen besonders in der Herbst- und Winterzeit in diversen Nähmagazinen O-Linien Mäntel auf. Ich wollte jedoch nicht einen x-beliebigen Egg-Shape Schnitt sondern einen, der meiner Prada Inspiration ähnelt. Und solchen habe ich natürlich nicht gefunden. Ich fand jedoch zwei Schnittmuster, die mich hoffen ließen, dass mit einem Mix aus beiden und ein wenig Anpassungsarbeit die gewünschte Linie zu erhalten sei.

Hierbei handelt es sich um den Schnitt #134 aus Burda Style 3/2013, der sich perfekt als Basis für meinen Mantel eignet


und den Schnitt #121 aus Burda Style 11/2016, von dem ich das große Revers übernommen habe.


Ich nähe nicht bei jedem neuen Projekt ein Probemodell. Oft reicht es für mich die Schnitteile genau auszumessen um die Passform beurteilen zu können, wenn ich aber einen Schnitt umfangreicheren Änderungen unterziehe geht es nicht ohne. Ich habe also die großen Reversklappen des Mantels #121 auf das Vorderteil des Schnitts #134 übertragen, die restlichen Schnittteile fürs Erste ohne Änderung übernommen und nähte ein Modell aus Nessel. Bis auf die Ärmel war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Ärmel dagegen waren eng, sehr eng. Ich habe den Armausschnitt um 1,5cm vertieft und den Ärmeln deutlich mehr Volumen spendiert.

links der geänderte, rechts der Originalärmel
Das Ergebnis gefällt mir. Es imitiert den Prada Mantel ziemlich gut, finde ich.



Ich denke, jetzt kann ich den Mantel aus dem richtigen Stoff zuschneiden. Mit den Stoffen will ich diesmal auch ein bisschen experimentieren. Ich möchte den Mantel wärmer machen und plane ihn mit einem Funkion-Sportstoff zu füttern. Das ist der obere Stoff in dem Bild unten.


Er hat eine glatte und eine angeraute Seite, so ähnlich wie ein Sweater und ist von der Beschaffenheit, ganz anders als ein Futterstoff, überhaupt nicht glatt und flutschig. Ich möchte es trotzdem probieren. Es gibt doch auch Winterparkas mit Teddyfutter und das scheint auch zu funktionieren. Drückt mir die Daumen, dass alles gelingt!

Und jetzt seid ihr dran!




Termine der 5. Runde
Fr. 15.09. Inspirationen
Sa. 30.09. Zwischenstandsbericht
Di 31.10. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on

Hier findet ihr alle Informationen zu der Aktion

Mittwoch, 27. September 2017

MMM - Gerda aus La Maison Victor

Das Hauptaugenmerk liegt bei mir in diesem Jahr ganz klar auf der Aktion "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank", zwischendurch habe ich trotzdem ein paar andere, "normale" Sachen genäht. Für meine Schnittmanipulationen bei den "Laufsteg" Projekten nehme ich gerne die Schnittmuster von Burda. Zum einen, weil ich inzwischen eine große Sammlung Burda Hefte habe und darin fast immer ein Schnittmuster finde, welches sich gut für das jeweilige Projekt eignet. Zum anderen, weil ich die Passform der Schnitte gut kenne und relativ gut abschätzten kann, wie ich sie abändern muss um den gewünschten Look zu erhalten. Die Alleinstellung hat aber Burda Style bei mir längst verloren. Da ich die meisten Schnitte nur einmal nähe, rechnen sich Einzelschnitte einfach nicht für mich, darum greife ich eher zu anderen Nähmagazinen, als dass ich Indi Einzelschnittmuster kaufe. Gelegentlich werde ich trotzdem schwach, bei Named Schnitten zum Beispiel, oder wenn mir etwas begegnet, das mir besonders gut gefällt, wie Ninas wunderschönes Kleid beim heutigen MeMadeMittwoch. Die Nähmagazine sind jedoch meistens meine erste Wahl. Nachdem mir im letzten Jahr einige Sachen aus der Fashion Style sehr gut gefallen haben, teste ich gerade die Knipmode im Abo und auch La Maison Victor kaufe ich seit dem ersten Erscheinen regelmäßig und abonniere das Magazin auch seit Kurzen. Gerade die Modelle aus LMV gefallen mir sehr gut, weil sie sich für mich im Alltag immer bewähren. Darum möchte ich heute ein weiteres Maison Victor Modell vorstellen, das Kleid Gerda aus der Ausgabe 1/2017.






Angeschnittene Ärmel, betonte Taille, in Falten gelegtes Rockteil, runder Ausschnitt vorne und eine tolle Rückenpartie: ein raffinierter Schnitt, der trotzdem nicht zu kompliziert zu nähen ist.

Zum Nähprozess gibt es nicht viel zu sagen. Nachdem ich die abgepausten Schnittteile genauer begutachtet habe, fand ich, dass das Oberteil des Kleides recht kurz ausfällt und habe beim Zuschnitt die Nahtzugabe der Taillennaht großzügig gelassen. Letztendlich habe ich das Oberteil um 1,5 cm verlängert und an den Seitennähten die Passform des Kleides ein wenig justiert. Sonst habe ich keine weiteren Änderungen vorgenommen. Das Kleid hat kein Futter, da bin ich gespannt, wie es sich beim Tragen mit einer Strumpfhose verhalten wird. Ein bisschen stört es mich, dass das Taillenband aus nur einer Stofflage besteht. Eine Lösung, wo es doppelt gewesen wäre, ähnlich einem Rockbund, würde mir besser gefallen.


Die Fotos sind entstanden als es draußen noch schön warm war, das Kleid sieht aber auch mit Strumpfhose und wärmeren Schuhen gut aus. Sogar das Designbeispiel in der Zeitschrift wurde so vorgestellt.


Ich finde jedoch, dass es nicht einfach ist das passende Drüber für das Kleid zu finden. Das Problem sind die weiten angeschnittenen Ärmel. Wenn man nur das Kleid trägt, machen sie es herrlich bequem, zieht man eine Strickjacke mit normal eingesetzten Ärmeln drüber, wird es eng unter den Armen. Noch im Sommer, als es mal kühler wurde, habe ich es mit einem gekauften Bomber-Strickjäckchen mit Raglanärmel getragen, für die jetzigen Temperaturen habe ich leider kein Jäckchen, das die weiten Ärmel des Kleides bequem beherbergen kann und gleichzeitig warm genug ist.


Mein Kleid und das im Magazin sehen sich sehr ähnlich, obwohl ich diesmal das Kleid nicht aus dem Original-LMV-Stoff genäht habe. Trotzdem vermute ich, dass es sich um den gleichen Stoff handelt, nur ich habe meinen zufällig bei Alfatex entdeckt und zu einem deutlich niedrigeren Preis gekauft ;) Es ist nicht die Farbe zu der ich bis jetzt oft gegriffen habe, aber sie gefällt mir gut und passt erstaunlicherweise sehr gut zu anderen meinen Sachen.

Schön, heute wieder ein Teil der nähenden Gemeinde zu sein, die immer Mittwochs in dem MeMadeMittwoch-Blog ihre selbstgenähten Werke zeigt. Hier geht's zu den anderen Beiträgen.